Ederer: Positiver Trend am Wiener Arbeitsmarkt

Dank aktiver Arbeitsmarktpolitik erfolgreiches Jahr 1999

Wien, (OTS) "Die positiven Entwicklungen am Wiener Arbeitsmarkt, das heißt steigende Beschäftigung und sinkende Arbeitslosigkeit, haben sich auch in den letzten Monaten des vergangenen Jahres fortgesetzt", erklärte Finanz- und Wirtschaftsstadträtin Mag. Brigitte Ederer im Rahmen des Pressegesprächs des Bürgermeisters, "Wien hat damit dank aktiver Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik die Trendwende am
Arbeitsmarkt geschafft!". Es gab im November 1999 777.747 Beschäftigte, der vorläufige Wert für Dezember beträgt 773.873, das ist gegenüber November 1998 eine Steigerung um 7.983 Personen, für Dezember um rund 7.700 Personen. Seit Juni 1998 gibt es damit saisonbereinigt eine kontinuierliche Steigerung der Beschäftigtenzahlen. Diese Zahlen beinhalten nicht den Zuwachs an geringfügiger Beschäftigung, die ebenfalls kontinuierlich steigt.

Die Arbeitslosigkeit in Wien ist seit März 1999 im Sinken begriffen. Im November waren 63.958 Menschen arbeitslos, um 6.845 weniger als im November 1998. Im Dezember kam es zum erwarteten saisonal bedingten Anstieg mit 71.312 Arbeitslosen. Im Jahresvergleich gab es aber um knapp 7.000 Arbeitslose weniger als 1998. Der anhaltende Rückgang der Arbeitslosigkeit macht klar,
dass es sich nicht nur um einen kurzfristigen Effekt handelt, sondern dass eine klare Trendumkehr vollzogen werden konnte, daran ändert auch der seit November feststellbare saisonbedingte Anstieg nichts. Die saisonale Ursache dieses Anstiegs wird dadurch verdeutlicht, dass davon primär Männer betroffen waren (Bauwirtschaft). Die Arbeitslosenquote betrug im Dezember 8,4 %
und liegt damit 0,9 % unter der von Dezember 1998, dass heißt, es gab im Dezember um 8,8 % weniger Arbeitslose als 1998.****

Im Jahresvergleich sank die Arbeitslosigkeit gegenüber 1998
im Jahresdurchschnitt um 4.900 auf 68.385 Personen, ein Rückgang
um 6,7 %. Da die Arbeitslosigkeit aber erst ab März zu sinken begann (bis Mai nur leicht) unterschätzt der Jahresdurchschnitt allerdings die Bedeutung des Trends. Im Jahresdurchschnitt betrug die Arbeitslosigkeit 1999 8,1 % (vorläufige Daten, da noch keine endgültigen Beschäftigungszahlen für Dezember) 1998 8,7 %. Entgegen dem bisherigen Trend, wonach sich die Indikatoren bei den weiblichen Arbeitslosen ungünstiger entwickelten, ist die Zahl der weiblichen Arbeitslosen 1999 stärker zurückgegangen, als die der Männer, allerdings ist hier die Teilzeitbeschäftigung natürlich eine relevante Größe.

War sowohl was die Beschäftigungsentwicklung als auch die Arbeitslosigkeit anbelangt die Situation in Wien lange Zeit schlechter als im österreichischen Durchschnitt, so hat sich das Bild im letzten Jahr gewandelt. Zwar begann die Arbeitslosenrate
in Österreich etwas früher zu sinken als in Wien, insgesamt ist aber für Wien im Dezember ebenso ein Sinken um 0,9 %
festzustellen, wie für Österreich. Freilich darf nicht verschwiegen werden, dass Wien von einem höheren Niveau
ausgegangen ist und die Arbeitslosenrate auch jetzt noch über dem österreichischen Durchschnitt liegt (Dezember: Ö: 7,3 %, Wien: 8,4 %), die auch im Österreich-Vergleich positive Entwicklung aber weiterhin Anlass zu Optimismus gibt. Wien konnte im Gegensatz zu Österreich erst ab Juni 1998 auf steigende Beschäftigtenzahlen verweisen, das Beschäftigungswachstum ist seither aber etwa gleich hoch wie in Österreich.

Erfreulich ist weiters, dass insbesondere bei den
Jugendlichen (15 bis 25 Jahre) ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen ist. Gegenüber Dezember 1998 gibt es um 1.100 arbeitslose Jugendliche weniger. Es gab im November 352 Lehrstellensuchende, nahezu eine Halbierung gegenüber dem Vorjahr, während das Lehrstellenangebot (136) nur leicht zurückging. Die Arbeitslosigkeit der über 50 Jährigen ist im Jahresdurchschnitt zwar noch gestiegen, verbesserte sich aber im Laufe des Jahres.

Die Ursachen für die erfreuliche Entwicklung am Arbeitsmarkt liegen sowohl in der guten allgemeinen Wirtschaftsentwicklung als auch in den umfangreichen durch die Stadt Wien gesetzten
Maßnahmen. Seit Beginn 1999 liegt das regionale Wiener Wirtschaftswachstum in etwa auf dem Niveau des gesamtösterreichischen Wachstums, was davor bekanntlich nicht der Fall war. Die wieder größer gewordene Bedeutung der Binnennachfrage kommt Wien hier zugute, darüber hinaus hat die Wachstumsabschwächung durch die Maßnahmen zur Budgetkonsolidierung, von denen Wien besonders betroffen war, an Bedeutung verloren. Zur positiven Entwicklung beigetragen hat auch die Belebung der Arbeitskräftenachfrage bei den marktorientierten Dienstleistungen. War bei Industrie und Gewerbe nur ein geringfügiger Rückgang zu verzeichnen, so betrugen die Rückgänge bei Handel und Verkehr, Dienstleistungen, technischen Berufen, Verwaltung, Büro und Gesundheits- und Lehrberufen jeweils mehr als 10 %. "Das Ziel, Wien verstärkt auch zu einem Dienstleistungszentrum zu machen, hat sich demnach als richtig erwiesen", betonte die Finanz- und Wirtschaftsstadträtin. Dass gerade bei den marktorientierten Dienstleistungen Beschäftigungszuwächse in Wien zu verzeichnen sind, während sie für Gesamtösterreich etwa konstant blieb, zeigt, dass dieser Bereich, für den für Wien im Vergleich zu anderen Metropolen immer wieder ein Rückstand konstatiert wird, ein wichtiges Ausbaupotenzial besitzt. Wachstum im Dienstleistungssektor ist
also nicht nur auf den weitgehend öffentlich finanzierten Bereich beschränkt.

Ederer verwies in diesem Zusammenhang auch auf die vielfältigen wirtschafts- und technologiepolitischen Maßnahmen, die in den letzten Jahren gesetzt wurden, die ihren Teil zur guten wirtschaftlichen Entwicklung Wiens beigetragen haben. Zwar ist es wahrscheinlich verfrüht, deren Auswirkungen quantitativ messen zu wollen, sie tragen aber zur Schaffung eines modernen, innovativen Wirtschaftsklimas bei. Die Anstrengungen, den Wirtschaftsstandort Wien zu modernisieren, werden sich in Zukunft noch verstärkt bezahlt machen.

"Die Entwicklung am Arbeitsmarkt ist aber auch ein Beweis dafür, dass gezielte wirtschaftspolitische Maßnahmen entsprechende Wirkungen erzielen, dass also das Gerede, von der Politik, die
sich am besten aus allem heraushalten und den Markt alleine werken lassen sollte, falsch ist", unterstrich Ederer, "Diese Stadtregierung wird auch in Zukunft Arbeitslosigkeit nicht als zu akzeptierendes Nebenprodukt internationalen Turbokapitalismus’ hinnehmen". Vor dem Hintergrund des Problems der Arbeitslosigkeit hat Wien bereits 1998 beschlossen, zusätzlich zu den Maßnahmen des Nationalen Aktionsplanes für Beschäftigung auch auf regionaler Ebene Initiativen zu setzen. Durch den Territorialen Beschäftigungspakt, den Wien als erstes Bundesland initiiert
hatte, konnten 8.600 Wienerinnen und Wiener zusätzlich in den Genuss von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen kommen. Diese Offensive Wiens ist sicher mit ein Grund für die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt. Dabei gehen Unterstellungen, die Arbeitslosen wären nur in solchen Maßnahmen "versteckt" worden, vollkommen ins Leere. Es ist nicht möglich, den Rückgang durch die Kursteilnahme exakt zu quantifizieren, da der jahresdurchschnittliche Zuwachs an Beschäftigung (unter Berücksichtigung der erst vorläufigen Dezemberzahlen) entscheidend über dem jahresdurchschnittlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit liegt. Überdies befanden sich im November nur 2.685 Teilnehmer
mehr in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, als im November 1998, während die Arbeitslosigkeit 6.854 Personen geringer war. Darüber hinaus werden diese Maßnahmen ja nicht zum Selbstzweck durchgeführt. Sie vermitteln den Arbeitskräften jene Qualifikationen, die auf dem Arbeitsmarkt notwendig sind und
tragen damit insgesamt zur Hebung des Qualifikationsniveaus bei,
was für einen hoch entwickelten Wirtschaftsstandort unerlässlich ist. Die Qualität und der Praxisbezug wird durch die Übertrittsraten in Arbeitsverhältnisse dokumentiert. Gerade bei den Maßnahmen des Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (WAFF) sind diese sehr zufrieden stellend, so liegen sie beispielsweise
bei der Maßnahme FAST (Frauenarbeitsstiftung) und Dynamo (Langzeitarbeitslose) bei rund 64 %.

Mit Hilfe einer ausgewogenen und zielorientierten
Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik konnten die längere Zeit steigenden Arbeitslosenziffern Wiens in ihr Gegenteil verkehrt werden. Wien wird diese erfolgreiche Politik fortsetzten. Dazu zählt, dass auch in diesem Jahr der Territoriale Beschäftigungspakt fortgeführt wird. Nach den bisher zugrunde liegenden Planungen (Verzögerungen auf AMS-Seite aufgrund des noch nicht vorliegenden Budgetgesetztes) wird der Territoriale Beschäftigungspakt im Jahr 2000 in etwa in der gleichen Höhe wie 1999 fortgeführt werden. "Entscheidend ist aber, dass auch die
neue Bundesregierung die Verpflichtungen, die sich aus dem mehrjährigen NAP ergeben, einlöst", forderte Ederer, "Einsparungen auf Kosten der Arbeitsmarktförderung sind daher abzulehnen, sie hätten ein sofortiges Ansteigen der Arbeitslosigkeit zu Folge und würden die nun erzielten Erfolge zunichte machen". (Schluss) sto

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Harry Stockbauer
Tel.: 4000/81 858
e-mail: sto@gfw.magwien.at

PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK