"Road Pricing": Es geht auch anders

Infrarot-Zahlungssystem mit kontaktloser "Smart Card" als interessante Alternative - Lehrreicher Blick nach Deutschland

Wien (PWK) - "Der Standpunkt der Verkehrswirtschaft zum derzeit vorgesehenen Road Pricing-System hat sich nicht geändert. Dieses ´halboffene Bemautungssystem´ ist für uns nach wie vor nicht akzeptabel", erklärte der Obmann der Bundessektion Transport, Verkehr und Telekommunikation, Komm.Rat Harald Bollmann, Dienstag in einem Pressegespräch. Gegenüber dem geplanten System mit Mikrowelle biete ein neues, auf Infrarotbasis arbeitendes Zahlungssystem mit kontaktloser "Smart Card" erhebliche Vorteile. Auch Deutschland will bis Ende 2002 ein System ohne traditionelle Mautstationen einführen.

Die Bundessektion als Interessensvertretung der Verkehrswirtschaft habe, so Bollmann weiter, das jetzt zur Realisierung anstehende System auf Mikrowellenbasis bereits mehrfach kritisiert. Der Errichtungsaufwand sei mit mehr als 4 Milliarden Schilling zu hoch, auch die Erhaltung des Systems (jährlich ca. 1,2 Milliarden, inklusive Zinsen und Abschreibung) komme zu teuer. Dem stehe ein Ertrag gegenüber, der nahezu gleich hoch ist wie die derzeitige Straßenbenützungsabgabe.

Da der Finanzminister bei Einführung des Road Pricing auf die Milliarde aus der Straßenbenützungsabgabe verzichten muss, ergibt sich wieder ein Milliardenloch im ohnehin löchrigen Bundesbudget, warnt der Sprecher der Verkehrswirtschaft. Die Beibehaltung der Straßenbenützungsabgabe oder die neuerliche Zweckbindung der Mineralölsteuer wären daher die billigsten Varianten für den Finanzminister.

"Wir haben deshalb bereits bei vielen Gelegenheiten auf Alternativen zum bestehenden halboffenen Mautsystem gedrängt. Eine interessante technologische Lösung stellt aus unserer Sicht das GPS-System dar. Einen technologisch völlig anderen Zugang bietet das Infrarot. Kommunikationssysteme auf Infrarotbasis werden bereits heute bei Mautsystemen weltweit erfolgreich eingesetzt", zeigte der Sektionsobmann neue Varianten auf. Die laufende österreichische Systemausschreibung schließe allerdings Infrarottechnologie indirekt aus. "Das halten wir für einen Skandal. Alle Technologieanbieter sollen die gleichen Chancen haben".

Wichtig sei der Blick nach Deutschland. Es sei nunmehr klar, dass Deutschland - zum Unterschied von Österreich - auf die Errichtung traditioneller Mautstationen mit baulichen Einrichtungen an Autobahnauffahrten oder -abfahrten verzichtet. Den deutschen Vorstellungen zufolge soll die Erhebung ohne Eingriff in den Verkehrsfluss, d.h. ohne Fahrstreifenanbindung und Geschwindigkeitsbeschränkung, erfolgen. Der LKW wird also nicht in eine eigene Spur "gezwungen."

Bei der Pressekonferenz am Dienstag wurde von Komm.Rat Bollmann sowie vom Vorsteher des Fachverbandes für das Güterbeförderungsgewerbe, Komm.Rat Adolf Moser, ein namhafter Anbieter von Infrarottechnologie vorgestellt (EFKON Electronics). Das von dieser Firma entwickelte System stelle, nach Meinung der Verkehrswirtschaft, eine interessante Alternative zu den bisherigen Techniken dar. (hp)

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