"Neues Volksblatt" Kommentar: "Draufzahler" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 11. 1. 2000

Linz (OTS) - Viel mehr als ein bisschen Hausverstand und die Beherrschung der Grundrechnungsarten gehört eigentlich nicht dazu, um sich ausrechnen zu können, dass es mit den Pensionen nicht mehr lange so weitergehen kann wie bisher. Wo Menschen, wie es in Österreich der Fall ist, immer weniger Kinder, also künftige Beitragszahler, bekommen, immer länger in Ausbildung und immer kürzer im Arbeitsleben stehen, müssen die für die Pensionen zur Verfügung stehenden Mittel einmal knapp werden. Dazu kommt noch die steigende Lebenserwartung.

Dass das alles so ist, muss auch der SPÖ schon längst klar gewesen sein. Doch es hat sich halt besser gemacht, den Menschen (= Wählern) in Briefen das Gegenteil vorzugaukeln. Die ÖVP hat hier deutlich anders agiert und auch in Vorwahlzeiten von notwendigen weiteren Maßnahmen zur Pensionssicherung gesprochen. Seitens der SPÖ werden erst jetzt die Probleme, zumindest von ihren Regierungsverhandlern, öffentlich eingestanden. Offenbar rechnet man damit, nicht so bald wieder zu einer Wahl antreten zu müssen.

In SP-Gewerkschaftskreisen ist diese Einsicht noch immer nicht zum Allgemeingut geworden. Es sollte ihnen endlich bewusst werden, dass sie jüngere Erwerbstätige damit zur Draufzahler-Generation machen.

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