"KIeine Zeitung" Kommentar: "Trauma" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 11.01.2000

Graz (OTS) - Bei der Zusammenkunft der schwarzen und roten Landesfürsten fehlte die steirische Landeshauptfrau. Geht es nach den Beschlüssen, hat Waltraud Klasnic nicht viel versäumt. Einmal mehr wurde die Uralt-Forderung nach einer Bundesstaatsreform wiederholt.

Das Treffen, zu dem der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider gar nicht eingeladen wurde, hatte vor allem symbolischen Charakter. Zu Beginn der entscheidenden Verhandlungswoche sollten die Landespolitiker demonstrieren, dass die Republik weiterhin Rot und Schwarz gehört.

Bei diesem Spiel wollte Klasnic nicht mitmachen. Ihr Fernbleiben darf nicht als Kampfansage gegen eine Fortsetzung der alten Koalition missverstanden werden. Es handelt sich bloß um eine Absetzbewegung von "denen in Wien".

Die steirische OVP hatte immer dann eine absolute Mehrheit, wenn sie in Opposition zur Bundespolitik stand. Als 1995 die Wahlen in Bund und Land zusammengelegt wurden, rutschte sie beinahe in die Minderheit.

Obwohl diese Wahlnacht ihren Aufstieg zum Landeshauptmann brachte, ist sie für Klasnic zum Trauma geworden: Je näher ihr Wahltag rückt, desto größer wird auch die Distanz zur Bundespolitik.

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