HGPD-Zentralsekretärin Bachner: "Keine Koalition auf Kosten der Frauen"

Wieder wird bei Arbeitnehmerinnen gespart

Wien (HGPD/ÖGB). Die neuerlichen Diskussionen um Sparmaßnahmen im Zuge der Koalitionsverhandlungen empören die HGPD-Zentralsekretärin Roswitha Bachner: "Wie glaubwürdig sind eigentlich Österreichs Politiker? Die ÖVP tut so, als hätte sie all die Jahre nicht mitregiert und will für Vergangenes keine Verantwortung übernehmen, und auch die SPÖ scheint die Pensionsreform von 1997 vergessen zu haben." Diese Reform sei ja gerade erst wenige Tage jung, da sie erst am 1. Jänner 2000 in Kraft getreten ist, erinnert Bachner. Die Wirksamkeit der Reformmaßnahmen sei erst in Jahren spürbar: " Und auch diese Maßnahmen betreffen vor allem Frauen. Fast scheint mir, als soll hier auf Kosten der Frauen ein Regierungskompromiss ausverhandelt werden."++++

"Frauen sind die Opfer der Pensionsreform von 1997", erklärt die HGPD-Zentralsekretärin: "Vor allem sie sind von der Erhöhung der Versicherungsmonate bei langer Versicherungsdauer, von der Erhöhung des Durchrechnungszeitraumes und von den zweiprozentigen ‚Strafabschlägen‘ pro Jahr bei vorzeitigem Pensionsantritt betroffen." Auch sei, so Bachner, 1993 die Angleichung des Pensionsalters der Frauen an das der Männer erfolgt: "Aber das wird erst 2018 wirksam, so wie die Pensionsreform 1997 erst 2020 voll wirksam ist - statt das abzuwarten, wird jetzt schon wieder an der Reform der Reform gebastelt."

"Im Wahlkampf waren die Frauen Thema Nummer eins", erinnert Bachner:
"Und jetzt scheint wieder alles vergessen. Diskussionen um das Pensionsalter treffen wieder Arbeitnehmerinnen im vermehrten Ausmaß. Von der Politik schon längst versprochene Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind noch nicht geschaffen worden. Ganz im Gegenteil: der mögliche Koalitionspartner versucht durch seine Programme einen Rückzug der Frau aus dem Erwerbsleben zu fördern." Die HGPD-Zentralsekrtetärin: "Als Gewerkschafterin und Frau werde ich mich entschieden dagegen wehren, dass die Anliegen der Arbeitnehmerinnen auf dem Altar einer möglichen Verlängerung der großen Koalition geopfert werden." (kk)

Wien, 10. Jänner 2000 Nr. 3

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