"profil": Haider: "60:40 für Schwarz-Blau"

FP-Chef Haider sieht gute Chancen für eine schwarz- blaue Koalition - reklamiert das Finanzministerium für die FPÖ - Riess-Passer, Scheibner, Prinzhorn, Veit Schalle potenzielle FPÖ-Minister

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag
erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil"
meint FPÖ-Bundesobmann Jörg Haider, eine schwarz-blaue
Koalition wäre derzeit wahrscheinlicher als eine
Neuauflage einer SPÖ-ÖVP-Koalition. Haider: "Ich halte
die Wende für wahrscheinlicher. Es steht 60:40 für
Schwarz-Blau."

Der PFÖ-Chef gibt sich jedoch für den Fall einer Neuauflage
der SP-VP-Koalition gelassen. Haider zu "profil":
"Parteiegoistisch gedacht wäre das für uns die schönste
Variante. Da haben wir dann bei der nächsten Wahl die
echte Chance auf die Nummer eins. Jetzt in eine Koalition einzutreten, würde unseren Erfolgsweg ja sicher nicht beschleunigen, weil wir Sanierungsmaßnahmen mittragen
müssten, die nicht nur populär sind."

Der ÖVP signalisiert Haider für mögliche
Regierungsverhandlungen weitgehende Zugeständnisse.
Auf die Frage, ob er Schüssel zum Kanzler machen wolle
sagt Haider: "Es gibt keine wie immer gearteten
Lockangebote. Schüssel weiß wohl selbst, dass eine
Fortsetzung von Rot-Schwarz für ihn eine vertane Chance
ist, eine führende Kraft im Land zu werden. Diese Chance
hätte er bei der FPÖ."

Der FPÖ-Obmann stellt für eine VP-FP-Koalition aber auch seinerseits Bedingungen. Haider im "profil"-Interview:
"Ich nehme an, dass wir die sozialistischen Ressorts
übernehmen, denn wir sind die zweitstärkste Kraft und
das muss auch zum Ausdruck kommen - umso mehr, sollte
die ÖVP den Kanzler stellen. Unverzichtbar wäre für mich
das Finanzressort." Als potenzielle Minister seiner Partei
nennt der FPÖ-Chef Susanne Riess-Passer, Herbert
Scheibner und Thomas Prinzhorn, aber auch Billa-Chef Veit
Schalle. Haider: "Der ist zwar kein FP-Mitglied, aber ein Unterstützer." Er selbst, so Haider im "profil"-Interview,
bleibe "sicher in Kärnten".

Sollte es zu Regierungsverhandlungen mit der ÖVP
kommen, glaubt der FPÖ-Obmann an eine rasche Einigung
mit Wolfgang Schüssel. Haider: "Die Verhandlungen mit
der ÖVP würden zügig geführt, ein Abschluss müsste
binnen weniger Tage drinnen sein. Die Leute sollen gleich
sehen: Da weht ein frischer Wind."

Eine schwarz-blaue Koalition sollte vor allem bei den
Staatsausgaben sparen. Haider im "profil"-Interview:
"Wir müssen bei 50 Milliarden Staats-Subventionen
jährlich 20 Milliarden kürzen. Wir müssen überhaupt die
Ausgaben reduzieren. Studiengebühren kann ich mir gut
vorstellen. Denn alles, was in diesem Land zum Nulltarif
ist, geht daneben."

An die Adresse von Bundespräsident Klestil schickt der
FPÖ-Chef eine Warnung. Haider: "Wenn Klima bei den Regierungsverhandlungen scheitert, muss Klestil mich oder
Schüssel mit der Regierungsbildung beauftragen. Wenn er
ein SP-Minderheitenkabinett zulässt, würde er sich ja
selbst nicht ernst nehmen. Da würde er das Ansehen des
Amtes gefährden."

Haider selbst strebt in seiner poitischen Laufbahn keinen Karrieresprung mehr an. Haider: "Ich bin ein guter
Landeshauptmann. Ich raufe mit diesem alten politischen
System schon 20 Jahre lang. Ich habe jetzt die
Gelassenheit, nicht unbedingt noch etwas in diesem Land
anstreben zu müssen."

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