Klasnic im FORMAT-Interview: "Werde einer Neuauflage von rot-schwarz in der alten Form nicht zustimmen"

"Bei Scheitern Klimas soll Haider mit Regierungsbildung beauftragt werden"

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem am Montag erscheinenden Nachrichtenmagazin FORMAT erklärt die steirische VP-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic, daß sie im VP-Vorstand einer "Neuauflage von rot-schwarz in der alten Form nicht zustimmen wird." Klasnic: "Da bin ich der Meinung, daß man das einhalten sollte, was man vorher versprochen hat, nämlich Opposition." Zu den Forderungen ihrer VP-Landesräte Gerhard Hirschmann und Herbert Paierl, eine Koalition mit den Freiheitlichen anzustreben, sagt Klasnic: "Die steirische VP hat da eine Linie: Erste Option für die ÖVP ist Opposition. Und eine Koalition mit der FPÖ gibt es nur, wenn die Freiheitlichen auch Verläßlichkeit demonstrieren." Daß es in der VP-Steiermark die Befürworter einer schwarz-blauen Koalition überwiegen, begründet Klasnic so: "Weil es in den Gemeinden zum Teil gute Zusammenarbeit gibt, und man sieht, daß die ÖVP als Juniorpartner in der Regierung seit 1986 hunderttausende Stimmen verloren hat. Wir wollen ja auf zeit wieder in eine Position kommen, in der wir den Bundeskanzler stellen können."

Sollte Viktor Klima mit der Regierungsbildung scheitern, erwartet Klasnic, daß Bundespräsident Thomas Klestil FPÖ-Chef Jörg Haider mit der Regierungsbildung beauftragt. Klasnic: "Es ist für mich eine Frage der demokratischen Logik, daß zuerst die Nummer ein, dann die Nummer zwei und dann die Nummer drei mit der Regierungsbildung beauftragt wird."

Sollte alle Versuche, eine tragfähige Regierung zu bilden, tritt die VP-Landeschefin für die Bildung einer Konzentrationsregierung aus SP-FP-VP nach Muster der Landesverfassungen ein: "Ich hätte mir schon vor Jahren eine Konzentrationsregierung gewünscht, weil ich glaube, daß es in jeder Partei fähige Menschen gibt, die ihre Qualitäten zum Wohl des Landes einbringen können. Im Grund genommen geht es doch nur darum, was gut ist für Österreich."

Auf die Frage, ob eine Regierungsbeteiligung von FPÖ-Chef Jörg Haider Österreich international Schaden zufüge würde, antwortet Klasnic:
"Nein. Die Wirklichkeit ist anders. Im Grunde genommen erreicht man mit Druck von außen nur das Gegenteil. Die Österreicher werden sagen, wir wählen unsere Politiker selber. Ich sitze in der EU im Ausschuß der Regionen. Dort gibt es ganz normale Wortmeldungen, einstimmige Beschlüsse, etwa in der Frage der EU-Osterweiterung. Bei diesem Ausschuß der Regionen in Brüssel habe ich keine Sekunde das Gefühl gehabt wir Österreicher stehen unter exklusiver Beobachtung. "

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