"profil": Trunk: "SPÖ macht eine falsche Politik"

Interimistische Kärntner SP-Chefin Trunk übt scharfe Kritik an ihrer Partei - attackiert Klestil - plädiert für eine SP-Minderheitsregierung

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag
erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil"
übt Melitta Trunk, die interimistische Obfrau der Kärntner
SPÖ, heftige Kritik an ihrer Partei. Trunk: "Wir machen
derzeit in der Partei eine ganz falsche Politik. Wir sollten
uns mehr an Frankreichs Sozialisten unter Jospin
orientieren. Derzeit verengen wir unser Wählerspektrum
zur Mitte hin und auch die Persönlichkeiten, die wir
mitunter nach aussen präsentieren, werden sich immer
ähnlicher. Außerdem haben wir ein Problem mit der innerparteilichen Demokratie, vor allem seit wir uns von sozialistisch in sozialdemokratisch umbenannt haben."

Auseinandersetzungen zwischen SPÖ und Gewerkschaft
hält Trunk, die vergangene Woche ihre Kandidatur für den
kärntner SP-Vorsitz bekanntgegeben hat, für falsch. Trunk
zu "profil": "Mit aller Gewalt eine Trennlinie zwischen
Partei und Gewerkschaft ziehen zu wollen ist ein fatales
Konstrukt, das sich irgendwelche Spin-doctoren ausgedacht
haben. Wir brauchen innerparteilich keine Feindbilder."

Eine neuerliche Koalition ihrer Partei mit der ÖVP lehnt die Kärntner SP-Interimsvorsitzende ab. Trunk zu "profil":
"Wie Wolfgang Schüssel die SPÖ derzeit vorführt ist unerträglich. Ich hätte mir schon vor Wochen gewünscht,
dass Viktor Klima ein Minderheitenkabinett macht. Mit
einem Van der Bellen, einer Heide Schmidt oder auch Christlichsozialen aus der ÖVP in der Regierung. Kommen
wird aber wahrscheinlich eine schwarz-blaue Koalition,
und das ist fatal für Österreich."

In scharfen Worten kritisiert die SP-Politikerin auch Bundespräsident Thomas Klestil. Trunk zu "profil": "Ich
habe ihn noch nie für einen wirklich großen
Bundespräsidenten gehalten. Er ist noch aalglatter, als ich
dachte. Er nützt nur seine Bühne. Ich glaube nicht, dass er
der große Verhinderer von Schwarz-Blau ist. Er wird am
Ende eine schwarz-blaue Koalition ohne Haider
akzeptieren."

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