Eduard Sueß, auch für Niederösterreich bedeutend

Landesbibliothek übernimmt Ausstellung eines Wiener Archivs

St.Pölten (NLK) - Einem Mann, der im vorigen Jahrhundert für die Wissenschaft und für die Politik große Bedeutung erlangte, gilt die Ausstellung "Eduard Sueß. 1831 - 1914. Geologe und Politiker", die vom 1. Februar bis 17. März im Lesebereich der NÖ Landesbibliothek gezeigt wird. Übernommen wurde diese Ausstellung vom Wiener Stadt-und Landesarchiv, wo sie im Vorjahr mit großem Erfolg präsentiert wurde.

Die Bedeutung von Eduard Sueß rührt aus seiner vielfältigen und richtungweisenden Tätigkeit auf mehreren Gebieten: Er begann als bedeutender Geologe, der 1857 den ersten Lehrstuhl für Paläontologie aufbaute und neuartige Methoden entwickelte. In den sechziger Jahren wandte sich Sueß der Forschung der geologischen Verhältnisse der Mauern Wiens zu. Durch die enormen Erdbewegungen im Verlauf der Schleifung der Mauern Wiens und der Verbauung der Ringstraße war der Weg frei für eine geologische Untersuchung des Untergrundes der Stadt. Dabei ergaben sich alarmierende Erkenntnisse über die unzureichende Wasserversorgung der städtischen Bevölkerung. Das Wasser stammte aus rund 10.000 Hausbrunnen, die vielfach verseucht und Quelle todbringender Krankheiten wie Ruhr, Cholera und Typhus waren. Sueß setzte sich für die Herleitung des Wassers aus dem Schneeberg-Rax-Gebiet ein und setzte den Bau der Hochquellenleitung durch. Sie wurde von Sueß selbst 1873 im Beisein des Kaisers eröffnet.

Eine zweite, für die gesamte Ostregion bedeutende Maßnahme ist ebenfalls Sueß zu verdanken: Die Regulierung der Donau. Durch Überschwemmungen waren Teile Wiens immer wieder schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Schließlich wurde die Donauregulierung nach fünfjähriger Bauzeit durchgeführt.

Sueß gehörte dem liberalen Lager an und begann seine politische Laufbahn mit dem Projekt der Wiener Hochquellenwasserleitung. Er war zunächst Gemeinderat in Wien, 1869 wurde er in den NÖ Landtag gewählt. Er bemühte sich vor allem auch um die Reorganisation des niederösterreichischen Unterrichtswesens. 1873 wurde er in den Reichsrat gewählt. Massive politische Schwierigkeiten bereitete Sueß seine jüdische Herkunft. Er befand sich im Gegensatz zu kirchlichen Kreisen, insbesondere zu den Jesuiten. 1888 wurde er Rektor der Universität Wien, legte diese Stelle aber wegen Attacken deutschnationaler Burschenschafter bald wieder zurück.

Die Eröffnung der Ausstellung in der NÖ Landesbibliothek am Dienstag, 1. Februar, um 17 Uhr wird Landtagsabgeordneter Dr. Martin Michalitsch vornehmen.

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