"Kleine Zeitung" Kommentar: "Nach dem Ja" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 06.01.2000

Graz (OTS) - Das Bild von der Brautwerbung wird für die Koalitionsgespräche zwischen SPÖ und ÖVP in den letzten Tagen strapaziert.

Andreas Khol hat alle "Sprödheit" von sich gewiesen. Peter Kostelka mahnt, dass eine "christliche Braut" zum Ernst verhalten sei. Aus der blauen Ecke mault man, dass die Umworbene gar "keine anständige Jungfrau" sei.

Solche Schmalspurinszenierungen der "Zähmung der Widerspenstigen" lassen den Ausblick vermissen: Was kommt nach dem Ja-Wort?

Politehen sind gewiss keine Liebesheiraten. Aber gegenseitige Achtung und ein Mindestmaß an Zuneigung sind für ein geordnetes Zusammenwirken unerlässlich. Gibt es das noch in dieser Koalition, die monatelang wider besseres Wissen ungetrübte Harmonie beteuert hat? Schafft es Voraussetzungen für die Wiederauflage, wenn der eine Partner vom Heiratsvermittler geradezu hineingenötigt wird und der andere zu - fast - allem Ja und Amen sagt, weil er sich nur auf diese Art die Geschäftsführung in der Firma erhalten kann?

Filme sind mit ihrem Happy End aus. In der Praxis fängt der Ehealltag an, wenn der Vorhang gefallen ist. Dahinter beißt man sich dann für erlittene Kränkungen - wie Hund und Katz'. ****

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