AKNÖ-Präsident Staudinger: Neuer EVN-Gastarif bringt Ent-, aber auch Belastungen

Härtefonds einrichten, Tarif-Bonus für alle Kombi-Kunden verwirklichen, Preistransparenz herstellen!

Wien (OTS).- "Die neuen Gastarife bringen für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher nicht nur Entlastungen, sondern auch Mehrbelastungen, die sozial ungerecht sind." Das stellt der Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich, Josef Staudinger, zu den von der EVN veröffentlichen allgemeinen Tarife für Erdgas fest. Staudinger fordert die Einrichtung eines Härtefonds, die Ausdehnung des sogenannten "Kombi-Tarifs" auf alle Strom-Gas-Kunden in Niederösterreich und eine höhere Preistransparenz.***

Der AKNÖ-Präsident wörtlich: "Insgesamt bringt die Erhöhung des Messpreises von 6,36 Schilling auf 26,40 Schilling pro Monat im Haushaltsbereich eine jährliche Mehrbelastung im Ausmaß von rund 240 Schilling im Jahr." Dieser Betrag sei zwar - isoliert betrachtet -nicht wirklich hoch, er führe aber dennoch dazu, dass die Gasrechnung bis weit über mittlere Verbräuche hinaus stärker als die Inflationsrate ansteigen wird. Insbesondere bei niedrigen Verbräuchen werde es zu einer kräftigen prozentuellen Erhöhung kommen, so Staudinger. Davon seien in erster Linie Haushalte betroffen, die über ein geringeres Einkommen verfügen, wie etwa Arbeitslose, Ausgleichszulagenbezieher und Sozialhilfeempfänger. Verschärft werde die Situation für diesen Personenkreis, da viele Gebühren und Abgaben in letzter Zeit sprunghaft angestiegen sind und die Summe dieser Erhöhungen zu beträchtlichen Mehrausgaben führt.

Härtefonds einrichten!

Präsident Staudiner fordert deshalb für jene EVN-Kunden, die über ein geringeres Einkommen verfügen, einen Härtfonds. Staudinger: "Die EVN soll den besonders betroffenen Personen und Haushalten die Erhöhung des Entgelts für Messleistungen refundieren oder gutschreiben." Die Erfahrungen der Wiengas mit dem aus ähnlichen Überlegungen eingerichteten Härtefonds zeigen nämlich, dass sich die damit verbundenen Aufwendungen in geringen Grenzen halten. Auch für das Image des Gasunternehmens wäre dieser Schritt nützlich.

Tarif-Bonus für alle Kombi-Kunden einführen!

Weiters spricht sich der AKNÖ-Präsident für die Einführung eines "Kombi-Tarifs" für alle aus. Der Hintergrund: Für jene Kunden der EVN, die den Kombi-Tarif derzeit beanspruchen können, ergibt sich bei einem Rechnungsbetrag (für Strom und Gas) ab 7.000 Schillung ein Bonus, der den Anstieg des Messpreises kompensiert. Staudinger kritisiert dabei allerdings die Zweiteilung der EVN-Kunden in die Gruppe der EVN-Strom-Gas-Kunden und in die Gruppe, die Strom von den Wiener Stadtwerken oder lokalen Verteilern bezieht, aber das Gas von den EVN bekommt. Es handle sich dabei um rund 25.000 Haushalte, die zwar den erhöhten Messpreis zahlen, aber als "gefangene Kunden" nicht den Versorger wechseln können und deshalb nicht in den Genuss des Kombi-Bonus kommen. Präsident Staudinger: "Da dies im Hinblick auf die mit der Liberalisierung erwartete Senkung der Tarife ein falsches Signal erzeugt, fordere ich die EVN dringend auf, in Verhandlungen mit den Wiener Stadtwerken führt, darauf zu drängen, dass dieser Kombibonus auch jenen Kunden zugute kommen kann, die Strom nicht von der EVN beziehen." Eine positive Lösung in dieser Frage wäre jedenfalls ein deutliches Signal, dass die Kooperation zwischen EVN und Wiener Stadtwerken auch für die Kunden spürbare finanzielle Auswirkungen hat.

Preistransparenz herstellen!

Letzter Kritikpunkt des AKNÖ-Präsidenten ist, dass die bisher geltenden Pauschalbeträge für bestimmte Leistungen - mit Ausnahme der schriftlichen Mahnung - aus dem Tarif entfernt wurden. Dies bedeute de facto ebenfalls eine höhere Belastung der Kunden bei Inanspruchnahme der bisher pauschalierten Leistungen. Um die erforderliche Preistransparenz herzustellen, fordert Staudinger, dass die Entgelte für EVN-Leistungen für die Kunden vor Inanspruchnahme klar erkennbar sein müssen. Die Veröffentlichung der tatsächlichen Höhe der Leistungsentgelte könnte zum Beispiel einmal jährlich in der Kundenzeitung erfolgen.

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