Biomasse-Verband schlägt Energie-Alarm:

Gesamte Regierungspolitik ökologisch ausrichten

St.Pölten (NLK) - Ein Vergleich der Vorgaben des Energieberichtes der Bundesregierung für 1996 mit den letzten vollständig vorliegenden statistischen Daten des Klimabeirates veranlasst den österreichischen Biomasse-Verband, Alarm zu schlagen: Der Energieverbrauch in Österreich sei zwischen 1993 und 1998 um zehn Prozent angestiegen, die Dominanz der fossilen Energieträger wurde weiter ausgebaut, der Anteil erneuerbarer Energieträger einschließlich Wasserkraft habe sich verringert, und zwar in sechs Jahren von 24,6 auf 23,1 Prozent. Von einer Marktdurchdringung mit erneuerbaren Energieträgern, wie immer wieder angekündigt, könne überhaupt keine Rede sein, meinte heute Dipl.Ing. Dr. Heinz Kopetz, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes.

Gemäß den Vorgaben des Energieberichtes 1996 sollte Österreich seine CO2-Emissionen bis 2005 um 20 Prozent auf 44 Millionen Tonnen senken. Darüber hinaus habe sich Österreich auf internationaler Ebene im Rahmen der Kyoto-Vereinbarung verpflichtet, seine Treibhausgasemissionen im Durchschnittswert der Jahre 2006 bis 2012 gegenüber 1990 um 13 Prozent auf 54 Millionen Tonnen zu senken, sagte Kopetz. Bei Anhalten des gegenwärtigen Trends seien jedoch nationale und internationale Reduktionsziele unerreichbar.

Der Biomasse-Verband knüpft daran die Forderung, rasch eine ökologische Steuerreform durchzuführen. Darunter ist etwa zu verstehen, dass die Sozialversicherungsbeiträge und Lohnnebenkosten gesenkt und zum Ausgleich eine Klimaschutzabgabe auf Elektrizität und fossile Brennstoffe eingeführt werden soll. Förderungen sollten in viel stärkerem Ausmaß als bisher für Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energie und des Energiesparens gewährt , die Gewinnung von drei Prozent des Stroms aus Biomasse mittels Pönale zwingend vorgeschrieben werden, wird gefordert. Der Einsatz von Biodiesel sei gesetzlich vorzusehen, öffentliche Gebäude mit erneuerbarer Energie zu beheizen. Die gesamte Regierungspolitik sei nach diesen Zielen auszurichten.

Die Anstrengungen der Bundesländer auf diesem Gebiet seien lobenswert, aber noch zu wenig für eine Marktdurchdringung, wurde festgehalten. Zwar gebe es bereits 440 Biomasse-Heizwerke in Österreich, wobei als Spitzenreiter Niederösterreich mit 125 derartigen Anlagen wirkt, aber es seien dreimal so viele notwendig, um die von der EU in ihrem Weißbuch für erneuerbare Energie vorgeschlagene Vermehrung der erneuerbaren Energieträger bis zum Jahr 2010 um sechs Prozent zu erreichen. Im ländlichen Bereich solle statt dem Ausbau des Gasnetzes eine wirksamere Förderung der sogenannten Pelletsfeuerungen für Einzelhäuser erfolgen.

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