KfV zum Jahreswechsel 1999/2000: HÖCHSTE ZEIT FÜR LEBENSRETTER PUNKTEFÜHRERSCHEIN !

Verkehrsunfallbilanz 1999 zeigt dramatische Entwicklung:

Wien (OTS) - voraussichtlich rund 10% mehr Verkehrstote, etwa 5% mehr Verletzte und ca. 5% mehr Unfälle mit Personenschaden als 1998 - KfV-Ziel einer drastischen Senkung der Verkehrstotenzahlen nur durch zusätzliche Maßnahmen und Bewußtseinswandel erreichbar=

"Die Unfallbilanz 1999 stellt uns Österreichern ein
schlechtes Zeugnis aus - sie ist ein deutliches Zeichen mangelnder Verkehrsmoral. Und sie muß ein Warnsignal für uns alle und gleichzeitig Startschuß für die zukünftige Regierung sein, weitere lebenswichtige Maßnahmen in Sachen Verkehrssicherheit umgehend in Angriff zu nehmen", kommentiert KfV-Hauptgeschäftsführer Dr. Othmar THANN die besorg-nis-erregenden Unfallzahlen des ablaufenden Jahres. Die Prognose für 1999: ungefähr 1.060 Getötete (rund +10%), etwa 5% mehr Verletzte und ca. 5% mehr Unfälle mit Personenschaden auf Österreichs Straßen als 1998.

Thann: "Die große Gefahr für die Mehrheit der vernünftigen, angepaßten Verkehrsteilnehmer liegt in der Minderheit der verantwortungslosen Raser und Rowdies auf unseren Straßen. Tempoexzesse, aggressives Abstandsverhalten, riskante Überholmanöver und Alkohol am Steuer sind keine Kavaliersdelikte, sondern bewußt gesetzte Handlungen, mit denen Leib und Leben der Mitmenschen und auch das eigene Wohlergehen rücksichtslos auf's Spiel gesetzt werden. Der Straßen-verkehr darf nicht zum Glücksspiel werden - "Wenn ich Glück hab', komm' ich heute sicher nach Hause..." -, sondern muß die Interessen der Mehrheit der Verkehrs-teilnehmer widerspiegeln:
Mobilität und Sicherheit."

Neben verstärkter aktiver Bewußtseinsbildung - besonders im Problembereich Geschwindigkeit - erwartet sich das Kuratorium für Verkehrssicherheit für das Jahr 2000 ein klares Bekenntnis der neuen Regierung zu den Zielen des Österreichischen Verkehrssicherheitsrates. "Dabei liegt uns vor allem die Nutzung offener Sicherheits-potentiale am Herzen", so Thann, "in erster Linie die Einführung des Punkte-führerscheins. Ohne zusätzliche lebensrettende Maß-nahmen wie diese kann die österreichische Unfallbilanz niemals skandinavische Maßstäbe erreichen - die Hoffnung allein ist zuwenig. Der Probeführerschein hat in Österreich bereits die jungen Fahrer zur Räson gebracht - jetzt gilt es deren negative Vorbilder zur Vernunft zu bringen."

Impulse für eine zielführende Verkehrssicherheitsarbeit der nahen Zukunft setzt das unter Federführung des KfV vom Österreichischen Verkehrssicherheitsrat - hochrangigen Verkehrsexperten aus Politik, Verwaltung, Forschung und Praxis -erarbeitete "Österreichische Verkehrssicher-heitsprogramm". Ziel dieses Programms ist es, jährlich hunderten Österreichern das Leben zu retten - rund 400 Verkehrsteilnehmer könnten jedes Jahr durch die Umsetzung von Maßnahmen in folgenden Schwerpunktbereichen überleben:

+Geschwindigkeit
+Alkohol und Drogen
+Abstand
+Sicherheitsgurt
+Medikamente und Ermüdung
+Sichtbarkeit
+Fußgänger- und Radfahrersicherheit
(Ungeschützte Verkehrsteilnehmer)

Auf der Wunschliste der KfV-Experten stehen neben der enormen Sicherheitsreserve Punkteführerschein u.a. noch weitere konkrete Maßnahmen:

+ Intensive Verkehrsüberwachung in puncto Alkohol, Tempo und Abstand

+ Höhere Strafen für Gurtenmuffel und all jene Verantwortungslosen, die ihre Kinder ungesichert transportieren

+ Österreichweite Sanierung von Unfallhäufungsstellen
+ Optimierter Schutz der schwächeren Verkehrs-teilnehmer (Fußgänger und Radfahrer)
+ Verstärkte Kontrollen des Schwerverkehrs, insbesondere der Lenk- und Ruhe-zeiten sowie der Ladungssicherung
+ Gesetzlich verankerte Verkehrssicherheits-Verträglichkeitsprüfungen bei Neuplanung und Umbau im Bereich von Autobahnen und Schnellstraßen inklusive Baustellen
+ Einführung einer mehrphasigen Fahrausbildung

Doch nicht nur Fremd-, auch Selbstkontrolle spielt eine wichtige Rolle im Streben nach mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen:
"'Miteinander statt gegeneinander' muß die Devise lauten", appelliert Thann an Vernunft und Verant-wortungsbewußtsein jedes einzelnen Verkehrsteilnehmers. "Das Zauberwort heißt "Wir" - also Toleranz und Rücksichtnahme statt Aggression und Egoismus. Wer Respekt vor dem menschlichen Leben hat, muß auch die Grenzen der eigenen Freiheit akzeptieren. Und die endet dort, wo die persönliche Sicherheit des anderen gefährdet wird. Mit vereinten Kräften in eine Zukunft der Mobilität und Sicherheit - das muß unser Vorsatz für das neue Jahrtausend sein."

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