Umweltschonende Erneuerung der Prater Hochstraße

Nur minimale Eingriffe in die Natur - Mehr als 10 Prozent der Gesamtbausumme für Umweltmaßnahmen

Wien, (OTS) Der insgesamt schlechte Gesamtzustand der Prater Hochstraße im Verlauf der A 23/Südosttangente macht eine "Erneuerung im Bestand" erforderlich, die fast einem Neubau gleichkommt. Unter der Federführung der MA 29 - Brückenbau und Grundbau (Geschäftsgruppe Planung und Zukunft) werden die rund 420 Millionen Schilling teuren Arbeiten vorgenommen, sie liegen voll
im Bauzeitplan und sollen im Mai 2000 abgeschlossen werden. Neben der Erneuerung des Tragwerks ist die Verbreiterung von drei auf
vier Fahrspuren je Richtung plus einem zusätzlichen
Pannenstreifen, die Hauptvorgabe des Projekts. Das alles sollte möglichst ohne größere Eingriffe in die Natur bewerkstelligt werden: Tatsächlich ist es gelungen, die Vergrößerung der Brückenfläche um (alle Zahlen gerundet) 6.000 Quadratmeter mit Grünflächenrodungen (Wiesen- und Strauchflächen) von nur 1.200 Quadratmetern zu bewirken. Zu den Grundsatzüberlegungen der Bauleiter der MA 29, TOAR Ing. Rudolf Rinner: "Wir sind so
schonend wie nur irgend möglich vorgegangen, insgesamt mussten nur drei Bäume gefällt werden. Egal, ob es sich um die technische Seite oder die Landschaftsgestaltung gehandelt hat, der Umweltgedanke stand im Vordergrund. Das wurde uns, was beispielsweise den Bereich des Heustadlwassers betrifft, auch vom Fischereiverband bestätigt. Auch eine entscheidende Lärmminderung spielt eine große Rolle. Dazu tragen die beidseitigen Lärmschutzwände bei und auch die Verminderung der Brückenanschlusskonstruktionen - bei der alten Prater Hochstraße musste ein Dutzend überfahren werden - auf nunmehr bloß zwei, jeweils an den Brückenenden eingebauten Dehnfugen. Die
beidseitigen Lärmschutzwände haben neben der akustischen Verbesserung auch den Effekt, dass verlorenes Ladegut von den LKW nicht mehr die Flächen beiderseits der Hochstraße verschmutzt, es kann auf dem Pannenstreifen eingesammelt werden."****

Drei wesentliche Elemente der umweltfreundlichen Erneuerung
der Prater Hochstraße - insgesamt wurden über 50 Millionen Schilling, also mehr als 10 Prozent der Gesamtbausumme dafür aufgewendet - seien hervorgehoben:
o Die 3 Meter hohe Lärmschutzwand, die über die gesamte Länge des

Brückenobjekts (710 Meter) beidseitig sowie auf dem anschließenden Dammbereich verläuft. Damit wurde von der Praterbrücke bis zum Knoten Landstraßer Gürtel eine durchgehende - nur bei den Auf- und Abfahrten unterbrochene - Lärmschutzeinrichtung von rund 5 Kilometern Länge realisiert.
o Auch das neue Entwässerungssystem, es wird im Frühjahr 2000

vollendet, ist bereits im neuralgischen Bereich des Heustadlwassers in Betrieb gegangen. Es wird noch mit Absetzkammern und Absetzbecken komplettiert, so dass etwa bei Unfällen, bei denen Treibstoffe oder Öle auslaufen, diese
von der Feuerwehr abgepumpt werden können. Bei der neuen Kanalisation handelt es sich um ein Doppelstrangsystem
an beiden Brückenrändern von rund 700 Metern Länge das alle Abwässer in das reguläre Kanalsystem einleitet.
o Bisher mussten auf der alten Prater Hochstraße zwölf

Dehnfugen (Dilatationen) überfahren werden, was eine entsprechende Geräuschentwicklung, vor allem bei mehrachsigen Fahrzeugen oder LKW mit Anhängern, zur Folge hatte. Nunmehr werden nur noch zwei Brückenanschlüsse, an den beiden Brückenenden, vorhanden sein. Diese einander überlappenden "Fingerdilationen" werden Dehnungswege bis zu 46 Zentimetern aufnehmen. Es handelt sich dabei um eine österreichische Neuentwicklung, die in Zusammenwirken von Fachleuten der
MA 29, von VOEST und Reisner & Wolf entstanden ist. Natürlich haben Umweltmaßnahmen auch ihren Preis: allein diese beiden Dilatationen kosten rund 9,5 Millionen Schilling.

Insgesamt belaufen sich die Aufwendungen für die drei Umweltkomponenten Lärmschutz, Entwässerung und lärmarme Dilatationen auf rund 50 Millionen Schilling. Damit kann aber sichergestellt werden, dass die Beeinträchtigung der Umwelt durch ein Verkehrsbauwerk dieser Größenordnung tatsächlich auf ein Mindestmaß reduziert wird. (Schluss) pz/bs

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