WestLB ein interessanter Wirtschaftspartner für Österreich

Wien (OTS) - Angesichts der in erster Linie vom Spiegel
verbreiteten und von anderen Medien übernommenen Behauptungen betreffend mein Verhältnis zur WestLB stelle ich folgendes klar:

1) Es hat 1989 zwei Flüge gegeben, die mir die WestLB ermöglicht hat und die - wie ich von Anfang an bekundet habe - einen privaten Anlass hatten. Als meine Frau in Hannover infolge einer schweren Erkrankung lange Zeit in Spitalsbehandlung war, um sich letztlich dort einer äußerst komplizierten weiteren Nierentransplantation zu unterziehen, hat mich einmal Herr Neuber, als er in Wien war, auf seiner Rückreise nach Hannover mitgenommen, um meine Frau besuchen zu können. Am nächsten Tag ließ mich Herr Neuber nach Österreich zurückbringen.

2) Weitere neun Flüge nach Deutschland, die ich - soweit ich es nach so vielen Jahren noch rekonstruieren konnte - im Verlauf von fünf Jahren bis 1993 mit einem Flugzeug absolviert habe, das die WestLB zur Verfügung gestellt hat, hatten hingegen einen Anlass, dessen Wahrnehmung mir seinerzeit jeweils dienstlich/politisch geboten erschien. Es handelte sich um Veranstaltungen (wie Vorträge, Diskussionen, Ehrungen namhafter Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens), die von der WestLB organisiert waren und die mir Gelegenheit boten, mit führenden Regierungsmitgliedern und massgebenden Leuten aus der Wirtschaft anderer europäischer Staaten zusammenzukommen, um Österreichs Interessen zur propagieren und zu vertreten.

Dazu sei bemerkt, dass sich Österreich damals um den Beitritt zur EU beworben hatte und daher jede Gelegenheit wahrgenommen werden mußte, um auch in mehr oder weniger informellen Gesprächen den Boden für eine Mitgliedschaft Österreichs in der EU aufzubereiten. Ferner darf nicht vergessen werden, dass Nordrhein-Westfalen infolge seiner Wirtschaftsstruktur eines der leistungsstärksten deutschen Bundesländer und daher auch für Österreichs Wirtschaft von besonderer Bedeutung ist.

Zu derartigen Veranstaltungen, die für mich keinerlei persönlichen oder privaten Vorteile gebracht haben, hat mich die WestLB eingeladen und die Zu- und Heimreise übernommen.

3) Auf die Beteiligung der WestLB an der Bank Austria und alle damit zusammenhängenden Fragen habe ich keinen Einfluss genommen.

4) Zu Herrn Neuber, den ich seit meiner Tätigkeit für die Länderbank kenne, hatte ich immer ein korrektes und kollegiales Verhältnis.

5) Frau Wichmann ist mir persönlich nicht bekannt, zumindest nicht erinnerlich. Dies gilt auch für einen angeblichen Flug von Düsseldorf nach Amsterdam; mir ist lediglich in Erinnerung, dass ich einmal mit einem PKW die relativ kurze Strecke zwischen Düsseldorf und Amsterdam gefahren bin.

6) Ich war bis Anfang 1997 Bundeskanzler. Nach meinem Rücktritt und nach Beendigung meiner anschließenden Albanien-Mission hat mir die WestLB im Hinblick auf meine jahrelange Bankerfahrung in leitenden Positionen eine Tätigkeit als Konsulent für Mittel- und Osteuropa sowie den Nahen Osten angeboten, als welcher ich seit Herbst 1997 tätig bin.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Westdeutsche Landesbank Wien
Informationsbüro Wien Bundeskanzler a.D.
Dr. Franz Vranitzky
Tel.: 01/512 04 00

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS