Wirtschaft fordert neue Prioritäten im Bildungswesen

Leischko: Weiterbildungskontos sollen einseitige Bevorzugung der Erstausbildung durch den Staat ablösen

Wien (PWK) - "Aufgabe einer neuen Bundesregierung wird es unter anderem sein, endlich den oftmals zitierten Ruf nach lebensbegleitendem Lernen in die Realität umzusetzen", fordert WIFI-Kurator Eduard Leischko vor Journalisten, sonst "droht Österreich zum Entwicklungsland bei der beruflichen Weiterbildung zu werden." "Die OECD hat bereits 1998 für Österreich empfohlen, die Beteiligungsquote der Erwachsenen an der Weiterbildung von derzeit 26 Prozent auf 40 Prozent anzuheben und schätzte den zusätzlichen Finanzierungsbedarf auf 15 Mrd Schilling", so Leischko bezugnehmend auf diesen Bericht.

"Die durch Globalisierung und rasche Veränderung der Arbeitswelt notwendig gewordene Ablöse des Prinzips 'Einmal-Lernen für das ganze Leben' durch das Prinzip des lebensbegleitenden Lernens muss die öffentliche Hand tangieren, vor allem dann, wenn erkennbar ist, dass große Teile der Bevölkerung an diesem Übergangsprozess nicht beteiligt sind", stellt Leischko fest. Ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der beruflichen Weiterbildung durch die öffentliche Hand zu schaffen und finanzielle Anreize für den Zugang zu den Lernmöglichkeiten sind nach Ansicht Leischkos "nicht aufschiebbare politische Maßnahmen".

Derzeit tragen Einzelpersonen mit geschätzten 11 Mrd Schilling und und Unternehmen mit 12 Mrd Schilling die Weiterbildungsinvestitionen und das lebensbegleitende Lernen. "Die externen Effekte dieser Bildungsinvestitionen zu einer modernen Wissensgesellschaft rechtfertigen die Forderung, dass sich auch der Staat als dritter Partner für die Weiterbildung engagieren muss. Die Arbeitnehmerförderung der Länder beträgt momentan 10,8 Mio Schilling. Nimmt man die in einigen Bundesländern eingerichteten Bildungskonten dazu, erhöht sich das Auszahlungsvolumen der Länder um knapp 60 Mio Schilling, in Summe sind es etwa 70 Mio Schilling. "Wenn die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer als Resolution an die neue Bundesregierung eine Verdoppelung der Arbeitnehmerförderung der Länder fordert, handelt es sich dabei um den berühmten Tropfen auf den heißen Stein", stellt Leischko fest.

Leischko: "Das Modell eines "Persönlichen Weiterbildungskontos" und der Wunsch nach einer "Weiterbildungsmilliarde" vom Bund, verdoppelt durch eine zweite von den Ländern wurde von mir bereits im Jänner 1997 als Abschluss des Jahres des lebensbegleitenden Lernens mit der Forderung nach einem längst notwendigen Umdenken in der gesamten österreichischen Bildungspolitik vorgestellt. Diese zwei Milliarden sind nur etwas mehr als zwei Prozent des Bundesbudgets 99 für Schul-und Hochschulwesen von etwa 90 Mrd Schilling, das für die Erstausbildung in Österreich zur Verfügung steht. Die Wirtschaftskammern erwarten daher, dass in einer neuen Regierungsverantwortung der internationale Bildungswettlauf auch in Österreich als eine Herausforderung verstanden wird und rasch neue Prioritäten im Bildungswesen gesetzt werden." (pt)

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