Ab 2000: Entlastung für Unternehmer-Familien

Kein Kostenanteil beim Arztbesuch von Kindern - Gleitsmann: positive Einstellung zu Selbstbehalt bleibt unverändert

Wien (PWK) - Zusätzlich zu den bereits mit der Steuerreform 2000 beschlossenen deutlichen Verbesserungen für die Familien durch die Erhöhung der Familienbeihilfe und des Kinderabsetzbetrages konnte die Wirtschaftskammer ein weiteres "Zuckerl" für Familien von Gewerbetreibenden durchsetzen:

Durch eine bereits im Sommer beschlossene Änderung des Gewerblichen Sozialversicherungsgesetzes entfällt ab 1.1.2000 für Kinder der 20 prozentige Selbstbehalt in der gewerblichen Krankenversicherung. Ab dem neuen Jahr wird daher für den Arztbesuch und die Zahnbehandlung von mitversicherten Kindern, aber auch für Brillen und Schuheinlagen kein Kostenanteil mehr vorgeschrieben. Die Befreiung gilt bis zum 18. Lebensjahr, kann sich aber bei Schul- und Berufsausbildung bis zum 27. Lebensjahr verlängern. Danach kann sich die beitragsfreie Anspruchsberechtigung bei Erwerbslosigkeit noch auf weitere 2 Jahre erstrecken.

"Mit dieser Maßnahme kann vor allem kinderreichen Familien und Jungunternehmern mit Nachwuchs geholfen werden, die eine finanzielle Mehrbelastung besonders hart trifft" freut sich Dr. Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik in der Wirtschaftskammer Österreich. "Dies ändert aber nichts an unserer grundsätzlich positiven Einstellung zu einem allgemeinen Selbstbehalt für Leistungen der Krankenversicherung, der wegen seiner Steuerungs-und Kontrollfunktion sinnvoll ist. Ausnahmen für sozial Schutzbedürftige und aus familienpolitischen Erwägungen sind aber durchaus gerechtfertigt", betont Gleitsmann.

Nach dem bereits 1997 festgelegten Grundsatz der Einbeziehung aller Erwerbseinkommen in die Sozialversicherung wird ab dem Jahr 2000 auch die Mehrfachversicherung in der Krankenversicherung in Kraft treten. Das Bestehen einer Krankenversicherung nach dem ASVG führt daher nicht mehr automatisch zu einer Ausnahme von der gewerblichen bzw. der bäuerlichen Krankenversicherung. Beiträge sind allerdings insgesamt nur bis zur Höchstbeitragsgrundlage zu entrichten. Es konnte auch eine Einschleifregelung erreicht werden, wonach im Jahr 2000 nur ein Zehntel der neuen Beiträge, in den Folgejahren jeweils ein weiteres Zehntel und erst ab 2009 die vollen zusätzlichen Beiträge zu zahlen sind. Ausgenommen von der Neuregelung sind allerdings GSVG-Pensionisten, bei denen bereits vor dem Jahr 2000 eine Krankenversicherung nach dem ASVG oder dem B-KUVG bestand. Der Vorteil der Gesetzesänderung besteht darin, dass die Versicherten ab 2000 wählen können, bei welchem Versicherungsträger sie ihre Leistung in Anspruch nehmen wollen.

Von einer weiteren Gesetzesänderung können vor allem einkommensschwächere Inhaber von Klein- und Mittelbetrieben profitieren: Anlässlich der letzten GSVG-Novelle konnte die Wirtschaftskammer erreichen, dass die bereits gesetzlich festgelegte außerordentliche Erhöhung der Mindestbeitragsgrundlage um S 500,-- monatlich ab dem Jahr 2002 zur Gänze entfallen wird. Damit konnte ein weiteres Ansteigen der relativ hohen Mindestbeitragsgrundlage für Gewerbetreibende verhindert werden. (hp)

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