"Kronzeugin"der Flugaffäre in FORMAT: "Vranitzky ist ständig mit uns geflogen."

Sabine Wichmann, Witwe des verstorbenen Chefs der Düsseldorfer Charterfirma PJC, äußert sich erstmals über die Gratis-Flüge von Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky

Wien (OTS) - In einem Interview mit dem am Freitag erscheinenden Nachrichtenmagazin FORMAT äußert sich Sabine Wichmann, Witwe des verstorbenen Chefs der Düsseldorfer Charterfirma PJC (Privatjet-Charter) Peter Wichmann, erstmals über die Gratis-Flüge von Franz Vranitzky.

Der Ex-Bundeskanzler sei nicht - wie er selbst angibt - bloß zweimal mit der PJC auf Kosten der Westdeutschen Landesbank (WestLB) unterwegs gewesen, so Wichmann: "Vranitzky ist zwischen 1988 und 1994 ständig mit uns geflogen, vor allem Wien-Düsseldorf oder Düsseldorf-Wien. Es ist kein Jahr vergangen, in dem wir ihn nicht an Bord hatten. Ich selbst war zweimal mit Herrn Vranitzky unterwegs. Einmal saß er alleine im Jet, einmal mit WestLB-Chef Friedel Neuber."

Auch der stets dementierte Flug der Kinder des Ehepaares, Claudia und Robert Vranitzky, ans Krankenbett der Mutter nach Hannover, habe stattgefunden, so Wichmann: "Diesen Flug hat die Sekretärin von WestLB-Chef Friedel Neuber direkt bei mir gebucht. Sie sagte: Ihr müßt ganz schnell die Kinder von Herrn Vranitzky abholen, seine Frau liegt im Krankenhaus von Hannover und kriegt eine neue Niere. Weil wir nicht wußten, wie alt die Kinder waren, sollte ich mitfliegen, um sie zu betreuen. Die beiden waren allerdings nicht so klein, wie wir gedacht haben. Ich konnte mich auch nicht viel mit ihnen unterhalten, weil sie sehr geknickt wirkten. Die Crew hat die beiden anschließend auch von Hannover nach Innsbruck geflogen. Da war ich allerdings nicht an Bord. Speziell beim Flug mit den Kindern haben wir uns gefragt, was das mit der WestLB zu tun hat. Wenn das nicht privat ist, dann weiß ich nicht, was privat sein soll."

In einer FORMAT vorliegenden eidesstattlichen Erklärung gegenüber dem Notar Norbert Drees in Marl (Nordrhein-Westfalen) hält Wichmann überdies folgendes fest: "Die Kosten dieses Fluges wurden auf Veranlassung von Herrn Neuber von meinem Ehemann wieder der WestLB in Rechnung gestellt, die diese Kosten auch - wie stets üblich - voll umfänglich beglichen hat."

Auch Michael Lange, Kopilot bei diesem Flug, bestätigte gegenüber FORMAT, die Kinder der Familie von Wien nach Hannover gebracht zu haben. Mit Vranitzky selbst sei er seiner Erinnerung nach "drei bis vier Mal" geflogen, so Lange, der bis 1989 bei PJC tätig war. Ein weiterer Kopilot, Richard Schildbach, erinnert sich an "ein bis zwei Flüge" mit dem Ex-Bundeskanzler. Insgesamt, so Sabine Wichmann, sei Vranitzky rund 15mal mit der PJC geflogen - meistens von Düsseldorf nach Wien oder umgekehrt, einmal aber auch nach Amsterdam.

Vranitzky selbst hat bislang "maximal zwei Flüge" bestätigt.

Als Fluggast sei ihr Vranitzky nicht besonders sympathisch gewesen, so Wichmann: "Er war nicht so mein Fall, weil er so falsch freundlich wirkte. Mein Mann mochte ihn auch nicht besonders gerne."

Franz Vranitzky, der vergangene Woche gegenüber FORMAT erklärt hatte, er kenne Sabine Wichmann nicht, war zu keiner Stellungnahme bereit.

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