AK Tumpel: Vollbeschäftigung muss das Kernziel der Politik heißen - 2

Wien (OTS) - Arbeit schaffen, Arbeit schützen, bessere Chancen
für den Wiedereinstieg ins Arbeitsleben, Ausbau von Aus- und Weiterbildung, mehr Gerechtigkeit in der Arbeitswelt und die Erhaltung eines stabilen sozialen Netzes: Das sind die Hauptanliegen für das kommende Jahr, erklärt AK Präsident Herbert Tumpel zum Jahreswechsel. Wenn das gelingt, können die ersten Erfolge in der Beschäftigungspolitik des Jahres 1999 abgesichert und ausgebaut werden.****

Das Jahr 1999 war für die ArbeitnehmerInnen und auch für die Interessenvertretungen - AK und ÖGB - ein gutes Jahr. Wichtige Ziele konnten erreicht werden: Neben den Anzeichen einer Trendwende am Arbeitsmarkt, gab es etwa mehr Geld für die Familien und die Fortsetzung des Auffangnetzes, um Jugendlichen trotz geringer Bereitschaft der Unternehmer zur Berufsausbildung, Lehr- und Ausbildungsplätze zu sichern. Als besonderen Erfolg sieht Tumpel die Steuerreform: "Hier haben sich AK und ÖGB durchgesetzt." 17 Milliarden Schilling weniger Belastung und eine deutliche Entlastung kleinerer und mittlerer Einkommen.

Arbeit schaffen, Arbeit schützen
Beschäftigungspolitik muss auch im neuen Jahrhundert weiterhin das politische Thema Nummer Eins sein, fordert der AK Präsident:
"Vollbeschäftigung heißt das Kernziel der Politik." Darauf muss auch bei der Budgeterstellung Bedacht genommen werden. Maßnahmen, die Arbeit schaffen, müssen im Budget und in der Politik Vorrang haben. Dazu gehört auch die Bekämpfung der organisierten Schwarzunternehmen. Und Tumpel verlangt mehr Ausgewogenheit bei den Steuerleistungen:
"Derzeit sind in Österreich Unternehmen und Vermögen niedrig, Arbeit aber hoch besteuert. Hier muss es zu einem Ausgleich kommen."
Aber auch das Vorwärtskommen im Beruf soll erleichtert werden. Denn das Bildungsniveau bestimmt in hohem Maß die Lebens- und Berufschancen, und diese Chancen müssen ermöglicht werden.
Tumpel erneuert auch seine Forderung, eine Öffnung des Arbeitsmarktes bei einer EU-Osterweiterung nur unter Bedachtnahme auf die Lage des österreichischen Arbeitsmarkt zuzulassen.

Beruf und Familie
Arbeit und Kinder dürfen kein Widerspruch sein. Aber gerade das ist für viele ein Problem. Vor allem die Frauen tragen die Hauptlast, wenn Beruf und Familie nicht vereinbar sind. Und es ist wichtig, den Frauen die Teilnahme am Erwerbsleben zu ermöglichen. Tumpel erneuert seine Forderung nach dem Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen, mit arbeitnehmerfreundlichen Öffnungszeiten, ein Mitgestaltungsrecht bei der Arbeitszeit für die Eltern, ein Recht auf Teilzeit mit Rückkehrrecht zur Vollzeit sowie die Anhebung des Karenzgeldes und die Verlängerung der Karenzzeit auf zwei Jahre.

Rechte haben, Recht bekommen
Immer mehr Menschen erleben einen Umbau ihrer Arbeitsverhältnisse. Und nicht immer geschieht dies zum Positiven. Über 1 Million ArbeitnehmerInnen haben sich an die Arbeiterkammern um Hilfe gewandt und mehr als 3,3 Milliarden Schilling haben die Arbeiterkammern für die Mitglieder herausgeholt. Diese Zahlen sind Alarmzeichen: Arbeiter und Angestellte werden ungleich behandelt, Kollektivverträge und Vereinbarungen unterlaufen. Die Umsetzung der "Aktions Fairness" müsse rasch geschehen. Die AK wird darauf achten, dass es wieder zu mehr Gerechtigkeit in der Arbeitswelt kommt, verspricht Tumpel: "Im Jahr 2000 muss bestehendes Unrecht in der Arbeitswelt endlich beseitigt werden."

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