AK Tumpel warnt vor Auseinanderdriften des Arbeitsmarktes - 1

Arbeitsrechtlichen Schutz auch für atypische Beschäftigungsverhältnisse

Wien (OTS) - Zwar sei eine Trendwende erkennbar, dennoch zeigt
sich AK Präsident Herbert Tumpel besorgt über die Entwicklung am Arbeitsmarkt. Denn alle Prognosen rechnen für das kommende Jahr mit einer weiteren Zunahme atypisch Beschäftigter. Und viele Betroffenen nehmen eine solche Arbeit nicht freiwillig in Kauf. Die Folge ist oft eine arbeits- und sozialrechtliche Schlechterstellung. Tumpel will mehr sichere Vollzeitarbeitsplätze, von denen man auch leben kann.****

Die Sicherheit und die Dauer vieler Arbeitsverhältnisse haben stark abgenommen. 1,5 Millionen Menschen wechseln mindesten einmal im Jahr. Viele von den Betroffenen erfahren den Wechsel als Verschlechterung. Es gibt mehr atypische Arbeitsverhältnisse, Leiharbeit, Arbeit auf Abruf oder freie Dienstverträge als je zuvor, erklärt Tumpel: "Die Arbeitnehmer stehen unter enormen Druck und nehmen aus Angst den Arbeitsplatz ganz zu verlieren, unfreiwillig Verschlechterungen in Kauf." Besonders betroffen sind die Frauen - und da vor allem im Handel. Von den mehr als 195.000 geringfügig Beschäftigten sind über 140.000 Arbeitnehmerinnen. Gerade im Handel werden viele Vollarbeitsplätze in atypische Beschäftigungsverhältnisse "umgebaut" und oft wird unter der Geringfügigkeitsgrenze entlohnt. Für AK Präsident Tumpel droht hier die Gefahr eines Auseinanderdriftens des Arbeitsmarktes. Die von den Unternehmern verlangte Flexibilität könnte eine Zweiklasssen-Gesellschaft schaffen. Der Klasse der voll arbeits- und sozialrechtlich abgesicherten wird eine immer größer werdende Anzahl von Beschäftigten gegenüberstehen, die außerhalb dieser Schutzregelungen und des Kollektivvertrages oder von Vereinbarungen stehen.

Tumpel erinnert an den Maßnahmenkatalog des Nationalen Aktionsplanes für Beschäftigung. Ein wesentlicher Punkt dieses Planes ist, die arbeitsrechtlichen Schutzbestimmungen auch auf solche atypischen Beschäftigungsverhältnisse auszudehnen. Die Umsetzung dieses Anliegen ist für Tumpel eine der sozialpolitischen Herausforderung für das Jahr 2000.

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