Spionagevorwürfe gegen hochrangige Beamte

Ermittlungen gegen KGB-Agenten in Österreich verschleppt

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, sollen der Beamte des österreichischen Bundeskanzleramts und ehemalige Kreisky-Sekretär Günter Rehak und der 1997 pensionierte Exekutivsekretär der KSZE, Rudolf Torovsky, für den russischen Nachrichtendienst KGB gearbeitet haben. Der hochrangige Beamte des Außenamts Torovksy war Mitte der 90er Jahre als KSZE-Exekutivsekretär auch mit den Abrüstungsverhandlungen zwischen den Supermächten USA und der Sowjetunion berfaßt. FORMAT beruft sich in seinem Bericht auf ein von der österreichischen Staatspolizei erstellten Dossier über die sogenannten "Mitrochin-Akten".

Der ehemalige KGB-Oberst und Archivar Wassili Mitrochin war 1992 in den Westen geflüchtet und hat umfangreiche KGB-Archivalien an den britischen Geheimdienst übergeben.

Der britische Nachrichtendienst habe - so FORMAT weiter - der Stapo seit 1996 rund 200 Informationen über österreichische KGB-Mitarbeiter geliefert. Neben Rehak und Torovsky scheinen in dem FORMAT vorliegenden Stapo-Dossier auch mehrere Mitarbeiter der Staatspolizei selbst auf. Noch nicht ausgeforscht sei ein Agent mit dem Namen "Nadeshin", "der 1978 rekrutiert und in der österreichischen Spionageabwehr" tätig sei. Sowohl Rehak und Torovsky bestreiten, jemals für den russischen Geheimdienst gearbeitet zu haben.

FORMAT berichtet auch von einer Geheimvereinbarung zwischen dem britischen Auslandsgeheimdienst MI 6 und der österreichischen Staatspolizei, wonach "jegliche gerichtliche Vewertung" der Unterlagen zu unterlassen sei. Als Gegenzug versprach der britische Auslandsgeheimdienst wiederum der Stapo, von der Publikation einzelner Fälle aus Österreich in dem von Mitrochin mitverfaßten und im Herbst erschienenen "Schwarzbuch KGB" (Propylaen-Verlag) Abstand zu nehmen Im Innenministerium wollte man gegenüber FORMAT den Vorwurf der Verschleppung nicht kommentieren und verweist darauf, daß "immer noch Ermittlungen geführt" würden.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Klaus Zellhofer
Tel.: 0676 416 07 13

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS