"Neues Volksblatt" Kommentar: "Kaiser" (Walter Salzmann)

Ausgabe vom 30. 12. 1999

Linz (OTS) - Hans Dichand ist ein erfolgreicher Medien-Mann. Wohl auch deshalb, weil der Krone-Chef weiß, was er will - und der kleine Mann lesen wie sehen möchte. Was Dichand nicht will, verrät er seinen Lesern bescheiden unter dem Pseudonym "Cato", gegebenenfalls auch als Hans Dichand dem ORF: Beispielsweise eine Schwarz-Blaue Koalition, beispielsweise einen Wolfgang Schüssel als Bundeskanzler, beispielsweise einen Jörg Haider in einer Regierung. Weshalb Hans Dichand Wolfgang Schüssel nicht mag, sagte er gestern: Weil der VP-Chef gegen die Neutralität sei und weil Schüssel mit Hilfe seines ehemaligen "Feindes" (Jörg Haider) Bundeskanzler werden wolle. Gründe genug für Dichand, dass es Schwarz-Blau "nicht spielen wird". Was an dieser Stelle schon festgehalten wurde, erfuhr seine Bestätigung:
Dichand dürfte (aus medienpolitischen Überlegungen?) alles unternehmen, damit Klima Kanzler bleibt und dürfte einen erbarmungslosen Kampf gegen Schüssel und die ÖVP führen, falls sich diese querlegen sollten. Im römischen Circus richteten Kaiser den Daumen auf- oder abwärts und entschieden somit über Leben oder Tod von Gladiatoren und Märtyrern. 2000 Jahre später wiederholt sich das Schauspiel. Mit neuzeitlichen Medien-Kaisern.

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