"Neues Volksblatt" Kommentar: "Politik neu?" (Von Markus Ebert)

Ausgabe vom 29. 12. 1999

Wien (OTS) - Es ist ja wirklich zu blöd: Da setzt die SPÖ gerade alles daran, sich vom Wahldebakel ohne große Personal- oder Strukturdebatte in die nächste Regierung hineinzuretten, und dann beschert ihr Klima-Vorgänger Vranitzky unliebsame Schlagzeilen. Ob oder wie oft oder warum überhaupt Vranitzky im Jet der ihm beruflich sehr nahestehenden WestLB in die Luft gegangen ist, ist die eine -noch unbeantwortete - Frage. Die andere Frage ist, wie die SPÖ mit Vranitzkys mutmaßlichem "Spitzenplatz auf der Tripliste" (Copyright:
Der Spiegel) umgeht. Und da lautet die Antwort: ziemlich schlecht. Statt aufzuklären nur zu fragen, wer denn Herrn Haiders Fliegerei bezahle, ist angesichts der zentralen Rolle von Vranitzky im Kraftdreieick Politik-Bank Austria-WestLB mehr als dürftig.

Aber vermutlich ist genau diese Vermischung diverser Interessen das Grundproblem der SPÖ. Sie hat sich in 30 Jahren Kanzlerschaft ihr

Netzwerk der Macht geschaffen. Sich daraus verabschieden zu müssen ó und das Wahlergebnis vom 3. Oktober macht das möglich - muß für die roten Bosse eine Horrorvision sein. Da bunkert man sich in der Causa Vranitzky lieber ein - und signalisiert damit gleichzeitig alles andere als jene "Politik neu", zu deren Umsetzung man die ÖVP in die Regierung holen möchte.

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