"Kleine Zeitung" Kommentar: "Nervenkrieg" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 29.12.1999

Graz (OTS) - Ein Schweigegebot haben sich die Unterhändler von
Rot und Schwaz auferlegt. Bisher halten sie sich daran und plaudern nicht aus, was hinter den verschlossenen Türen gesprochen wird.
Das hindert die Trappisten freilich nicht, in die Rolle von politischen Terroristen zu schlüpfen.

Man feuert Schreckschüsse ab oder setzt Nebelwerfer ein. Wenn die eine Seite die Fortsetzung der bisherigen Koalition als wahrscheinlich darstellt, tönt es von der Front gegenüber, man bereite sich auf ein schwarz-blaues Bündnis vor.

Mitunter geht man auch direkt an den Mann. Wolfgang Schüssel wird von besonderer Seite einer Sonderbehandlung unterzogen. Deren Spezialität besteht darin, dass Heckenschützen den Vizekanzler einschüchtern versuchen. Er möge, lautet das Ultimatum des Anonymus, gefälligst tun, was der Bundespräsident will, nämlich Viktor Klima wieder zum Kanzler machen.

Im Gegenzug wird der Finanzminister in den Schwitzkasten genommen. Man läuft gegen Rudolf Edlingers Sparerlass Sturm und fordert gleichzeitig Einsparungen, die längst erfolgt sein könnten, hätte man nur gewollt.

Sie werden es schon aushalten, der Bullige und der Drahtige. ****

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