ibw-Studie stellt dem FH-Bereich generell gutes Zeugnis aus

Zukünftige FH-Schulentwicklung: Boom von Studentenfallen und Bedarfslücken am Arbeitsmarkt feststellbar

Wien (PWK) - Trotz des Erfolgs der Fachhochschulen zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) insofern Schwachstellen auf, als keineswegs alle fachlichen Erfordernisse des Arbeitsmarktes abgedeckt werden können. "Ist die Attraktivität der Studienrichtung größer als der Bedarf am Arbeitsmarkt, so besteht im Zulassungsverfahren zum Studium die Möglichkeit einer Anpassung. Ist jedoch der Bedarf größer als die Zahl der Studieninteressenten, so bleibt die Bedarfslücke am Arbeitsmarkt bestehen. Im Extremfall wird der Studiengang nicht einmal genehmigt", meint der Autor der Studie Klaus Schedler anlässlich der Präsentation.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich ca 36 Prozent der hypothetisch angenommenen Fachrichtungen in Österreich als nicht realisierbar erweisen, weil aufgrund zu geringer Hörerzahlen kein effizienter Studienbetrieb gewährleistet werden kann.
Immerhin zeigte sich aber bei etwa 35 Prozent der Fachrichtungen ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Zahl der Studieninteressenten und dem Bedarf.

Die im Gegensatz zum Universitätsstudium im FH-Bereich vorgesehenen Zugangsbeschränkungen stellten sich im Rahmen der Studie bei jedem 8. Studiengang als dringend erforderlich heraus. Schließlich musste aber auch festgestellt werden, dass bei etwa jedem 6. Studiengang die trotz hervorragender Berufsaussichten fehlende Attraktivität der Studienrichtung für die Interessenten zu nachhaltigen Bedarfslücken in der Wirtschaft führt.

Nach Schedlers Auffassung liegt der Schwerpunkt der zukünftigen FH-Entwicklung in den "boomenden Studienangeboten". Er nennt als Beispiele innovative Fachrichtungen wie Informationstechnik und Neue Medien, für die nicht nur ein großer Bedarf besteht, sondern auch ein großes Studieninteresse angenommen werden kann. "Studentenfallen", also Studienangebote mit hoher Attraktivität und ohne Berufsaussichten werden im FH-Bereich nicht aufgestellt, weil sie nicht das Genehmigungsverfahren passieren können.

Insgesamt bescheinigt die Studie dem österreichischen FH-Bereich gute Entwicklungschancen. Besorgt zeigt sich Schedler jedoch darüber, dass eine ganze Reihe möglicher FH-Studienrichtungen von den Studieninteressenten trotz guter Berufsaussichten schlichtweg "geschnitten" werden. "Für die Sicherung des Wirtschaftsstandortes Österreich sind solche 'Bedarfsfallen' zweifelsohne kontraproduktiv, so Schedler. (pt)

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