- 28.12.1999, 10:35:37
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Wirtschaftsfaktor Telekommunikation vor neuen Hürden
Zehetner präsentiert "UMTS-Anforderungskatalog": Unbürokratische Vergabe, Nutzungsgebühr, faire Behandlung
Wien (PWK) - Die bevorstehende Vergabe von Konzessionen für das
Universal Mobile Telecommunications System (UMTS) und die Einführung
der 3. Handy-Generation kann aufgrund des zusätzlichen
Diensteangebotes verstärkt positive gesamtwirtschaftliche
Auswirkungen mit sich bringen, betont der Vorsteher des
Fachausschusses Telekommunikation in der Wirtschaftskammer
Österreich, Dr. Eduard Zehetner. Um diese Chance aber optimal
ausschöpfen zu können, müsse der staatliche Regulator Telekom Control
die zugeordneten Frequenzen rasch und unbürokratisch vergeben, um den
Innovationsvorsprung des Wirtschaftsstandortes Österreich nicht
nachhaltig zu gefährden. Denn bereits bei der Vergabe der
GSM-Frequenzen bezahlten die österreichischen Lizenznehmer
unverhältnismäßig hohe Gebühren, die weit über dem europäischen
Durchschnitt lagen.
Der "UMTS-Anforderungskatalog" des zuständigen Allgemeinen
Fachverbandes des Verkehrs umfasst daher eine faire und
unvoreingenommene Behandlung von bereits am Markt operierenden
GSM-Mobilfunkbetreibern bei der UMTS-Frequenzvergabe, favorisiert
eine volkswirtschaftlich sinnvolle laufende Nutzungsgebühr statt
einer einmaligen Strafsteuer und geht von einer raschen und
unbürokratischen Vergabe nach europäischem Vorbild aus. "Dieser
international anerkannte sogenannte "Beauty Contest" ist einer
Auktion oder Versteigerung nach rein monetären Bewertungsmechanismen
ohne Rücksicht auf volkswirtschaftliche Gegebenheiten jedenfalls
vorzuziehen", betont Zehetner.
Der Vorsteher des Fachausschusses rechnet mit einer Vergabe der
UMTS-Frequenzen noch für 2000, damit den Konsumenten spätestens 2002
neue Dienste wie Videokonferenzen oder Hotelbuchungen und
Verkehrsleitsysteme via Handy ohne Verzögerung zur Verfügung stehen.
"Ob sich UMTS als Weiterentwicklung der europäischen Erfolgsstory GSM
am Markt durchsetzt und Österreich seine Technologieführerschaft am
Mobilfunksektor behalten kann, hängt nicht zuletzt von fairen
Vergabemodalitäten ab. Eine einmalig hohe Lizenzgebühr zur Sanierung
des Staatshaushaltes auf Kosten von technologischer Innovation in
Österreich wird von der Telekom-Branche jedenfalls einhellig
abgelehnt", unterstreicht Zehetner. Stattdessen setzt er auf eine
laufende Nutzungsgebühr, die eine rasche Einführung neuer Dienste
erheblich erleichtert und den Staatssäckel am Erfolg der 3.
Mobilfunkgeneration dauerhaft partizipieren lässt.
Weiters betont Zehetner, dass sich der neue Fachverband der
Telekommunikations- und Rundfunkunternehmungen in der
Wirtschaftskammer Österreich im kommenden Jahr 2000 verstärkt mit
Fragen wie Digitalisierung und Konvergenz von Fest- und Mobilnetz
einerseits sowie Fernsehen und Internet andererseits
auseinandersetzen wird. Schon aufgrund der "konvergenten
Zusammensetzung seiner Mitglieder" sei der neue Fachverband dafür
prädestiniert, so Zehetner abschließend. (hp)
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
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