- 28.12.1999, 10:32:20
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- OTS0078
Hände weg von der Lehrlingsentschädigung
Maderner: Lassen Pauschalverurteilungen nicht zu
Wien (ÖGB). Die von der Wirtschaftskammer kritisierte
Lehrlingsausbildung weist in einer heutigen Aussendung die
Österreichische Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) zurück. Dies seien
einerseits Pauschalverurteilungen, anderseits habe eine Lockerung des
rechtlichen Korsetts und die kostenmäßige Entlastung der
Ausbildungsbetriebe für die Lehrlingsentschädigung während des
Besuches der Berufsschule nichts mit einem modernen und flexiblen
Lehrlingssystems zu tun, stellte der Bundessekretär der ÖGJ, Stefan
Maderner, fest.++++
Der Lehrstellenmarkt in Österreich bietet bei weitem kein
ausreichendes Angebot an qualitativen, quantitativen und
zukunftsorientierten Ausbildungsplätzen. Ziel müsse es sein, so die
ÖGJ, dass junge Menschen ihren Wunschberuf auch in einer zumutbaren
Entfernung zu ihrem Wohnort erlernen können. Heftige Kritik übte
Maderner an der neuerlichen Forderung der Wirtschaftskammer, dass die
Lehrlingsentschädigung für die Dauer der Berufsschulzeit nicht mehr
vom Ausbildungsbetrieb bezahlt werden soll. Der ÖGJ-Sekretär zitiert
das Ausbildungsjournal der Wirtschaftskammer, in dem nachzulesen ist
"dass es zu einer deutlichen Entlastung der Ausbildungskosten durch
die Lehrlingspakete und die Steuerreform 2000 gekommen ist." Es liegt
ausschließlich an der Wirtschaftskammer die Unternehmer darüber
aufzuklären und die bestehenden Erleichterungen und Entlastungen auch
zu nützen.
"Die ÖGJ wird sich weiterhin vehement dagegen wehren, dass die
Lehrlingsentschädigung während der Berufsschulzeit in Frage gestellt
wird", so Maderner abschließend. (ew)
ÖGB, 28. Dezember 1999 Nr. 614
Rückfragehinweis: Österreichische Gewerkschaftsjugend
Stefan Maderner
Tel. (01) 534 44/666 Dw.
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