Bim, Bus oder Cable-Liner?

VP-Pfeiffer fordert Bürgerbeteiligungsprozess für öffentlichen Verkehr in Donaustadt-Ost im Zuge der U 2-Verlängerung

Wien (ÖVP-Klub): Die Einwohnerzahl Donaustadts wird bis zum Jahr 2011 voraussichtlich um ein Drittel auf 170.000 steigen. Wenn Ende 2008 die Züge der U 2 bis Aspern fahren, muss es auch ein leistungsfähiges Sekundärnetz geben, das von der zukünftigen Endstelle in der Aspernstraße aus den Ostteil des größten Wiener Bezirks erschließt. Derzeit sind verschiedene Verkehrsmittel in Diskussion. Planungsausschuss-Vorsitzender Pfeiffer: "Ich bin dafür, alle diese Varianten wirklich sorgfältig zu prüfen und ihre Vor- und Nachteile gemeinsam mit den Bürgern gegeneinander abzuwägen."*****

Pfeiffer fordert einen moderierten Bürgerbeteiligungsprozess: "Die Organisation des öffentlichen Verkehrs in Donaustadt-Ost ist mindestens genauso wichtig wie der Bau der B 3, für den ein solcher Bürgerbeteiligungsprozess im vergangenen Jahr durchgeführt worden ist. Noch ist es möglich, die betroffenen Bürger in den Entscheidungsprozess mit einzubeziehen." Dies koste zwar mehr Zeit und auch Geld, sei aber im Interesse einer guten Lösung auf jeden Fall zu befürworten. "Die Akzeptanz eines Verkehrsmittels bei der Bevölkerung ist ja Voraussetzung für eine Verschiebung des modal split zugunsten des öffentlichen Verkehrs."

Neue organisierte Form der Bürgerbeteiligung

Erster wichtiger Schritt, so Pfeiffer, sei eine umfassende Information der betroffenen Bevölkerung. Derzeit wissen nur besonders interessierte Gruppen wie etwa die Esslinger Bürgerinitiative oder die Repräsentanten des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) genauer Bescheid. "Wenn aber in einem Bürgerbeteiligungsprozess nicht Extremstandpunkte aufeinanderprallen, sondern möglichst viele Menschen mitdenken und -reden sollen, müssen wir zu allererst so objektiv wie möglich informieren. Erst danach ist es sinnvoll, Ideen und Vorschläge der Bürger zu erfassen, gemeinsam zu diskutieren und in den Planungsprozess einfließen zu lassen."

Angeregte Diskussion im Bezirk

In der Donaustadt ist die Diskussion um die weitere Erschließung des Bezirks im Anschluß an die U 2 bereits voll im Gange. Jeder will etwas anderes. So fordern etwa die Bürgerinitiative und das LIF einen Schnellbus, die Bezirks-SP forciert ein Schnellstraßenbahnkonzept, das vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und dem Verein Fahrgast vorgestellt worden ist, die Bezirks-VP will dieses auf seine Realisierbarkeit geprüft wissen. Die Grünen wiederum wollen eine Verlängerung der Straßenbahnlinie 25. Seit einiger Zeit bereichert ein Cable-Liner als weitere Variante die Diskussion.

Pfeiffer: "Mir ist es wichtig, dass rechtzeitig, bevor die einzelnen Standpunkte allzu festgefahren sind, möglichst viele Menschen wissen, worum es geht." Aus diesem Grund habe er auch, unterstützt vom Regierungspartner, in der Sitzung des Wiener Gemeinderates vom 17.Dezember 1999 einen entsprechenden Antrag eingebracht.

Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme vergleichen

Alle diskutierten Systeme haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile. "Welche Verkehrsmittel für die unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten in den Donaustädter Bezirksteilen am besten geeignet sind, soll daher wirklich sorgfältig untersucht werden", fordert Gemeinderat Pfeiffer.
Als Kriterien für eine Beurteilung nannte der Donaustädter Betreuungsmandatar etwa

Streckenführungsmöglichkeiten
Erreichbarkeit der Stationen
Fahrzeit
Transportkapazität
Sicherheitsaspekte
Lärmerregung
Realisierungshorizont
Schwerpunkte in der Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklun Errichtungs-, Betriebs- und Wartungskosten

Nach derzeitigem Informationsstand lassen sich die Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme wie folgt zusammenfassen:

Schnellstraßenbahn:
Plus: höhere Beförderungskapazität
Plus: Fahrkomfort
Plus: eigene Trasse
Minus: teurer als Bus
Minus: längere Realisierungsdauer
Minus: Koordination mit NÖ schwieriger

Schnellbus
Plus: schnell realisierbar
Plus: flexible Linienführung
Plus: als Interimslösung denkbar, kann auch an die U3 in Erdberg angebunden werden
Minus: geringere Beförderungskapazität
Minus: geringerer Fahrkomfort
Minus: steht ohne zusätzliche Umbaumaßnahmen im Stau

Cable-Liner
Plus: flexible Reaktion auf Fahrgastaufkommen möglich
Plus: flexibel in der Trassenführung
Plus: niedrige Betriebskosten
Minus: hohe Investitionskosten in der Errichtung
Minus: derzeit auf 4km begrenzte Streckenlänge

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