WirtschaftsBlatt über ATX-Firmen ATX-Firmen: Das Positive am 99er-Gewinndesaster von Christian Drastil

Ausgabe vom 28.12.1999

Wien (OTS) - Irgendwie musste man sich schon wundern, warum sich
ein Mann wie Gerhard Randa dieser Tage in Wochenmagazinen so auffällig darüber gefreut hat, dass seine Bank Austria heuer "voll im Plan liegt³. Hoppla, hat der Investor da unter Umständen irgendetwas verschlafen? Gab es vielleicht wieder eine Russland-Krise? Oder war wieder was in Asien? Nein, das Jahr 1999 war trotz der humanitären Tragödie im Kosovo ein krisenarmes Jahr. Zumindest aus der Sicht der Finanzmärkte. So konnten auch die wichtigsten westlichen Leitindizes neue Höchststände verzeichnen. Nicht so in Wien, obwohl das Trendbarometer in der zweiten Jahreshälfte in die richtige Richtung zeigte. Der ATX steht jetzt wieder bei 1200 Punkten (siehe B6), sieben Prozent höher als im Jänner. Und sieht man sich die Gewinnentwicklung der Blue Chips an, dann ist das sogar eine tolle Leistung. Denn egal, ob man das Alphabet von vorne oder hinten herunterbetet: Von AMS, AUA bis hin zu VA Tech, Wolford hat bei rund drei Viertel die Erreichung der gesteckten Gewinnziele nicht geklappt. Im besten Fall lag man nur knapp daneben, in schlimmeren Fällen war sogar der Rutsch in die Verlustzone unvermeidlich. Deshalb darf sich Randa auch zurecht darüber freuen, dass er heuer "voll im Plan liegt". Seine Aktie brachte es 1999 immerhin auf einen Kurszuwachs von 30 Prozent. Und das ist in etwa das, was der ATX erzielen hätte können, wären nur alle Firmen "im Plan gelegen". So wurden es halt nur sieben Prozent ATX-Plus, doch wir sind darüber nicht unglücklich. Schliesslich ist man an der stets nach vorne orientierten Börse ziemlich vergesslich. Was gestern war, zählt nicht. Was Börsianer am meisten beeindruckt, sind tolle Steigerungsraten beim Unternehmensgewinn. Und da müssten ja die Austro-Firmen nach dem Desaster-Jahr 1999 ja für 2000 recht gute Karten haben. Helfen könnten auch Neuemissionen, etwa die Telekom. Schliesslich braucht Wien dringend einen Modernisierungsschub, Libro und CyberTron haben bereits den richtigen Weg gewiesen. Ein Zeichen der Zeit ist, dass sich Herbert Liaunig dazu entschlossen hat, seine Auricon zu zerschlagen (siehe B1). Vielleicht weil auch er mit der Zeit geht. Wahrscheinlich hat er erkannt, dass er aus seiner "Austria Email" bei aller Liebe keine "austria e-m@il" mehr machen kann ... (Schluss) dra

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