AK Kärnten: 1,2 Millionen Schilling für Unfallopfer

Grobe Fahrlässigkeit verursachte folgenschweren Arbeitsunfall

Klagenfurt (OTS) - Erfolg für die Rechtsabteilung der Arbeiterkammer Kärnten: ein 23jähriger Klagenfurter Maurer, der bei einem schweren Arbeitsunfall lebensgefährlich verletzt wurde, erhält von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt eine einmalige Abgeltung in der Höhe von 1,2 Millionen Schilling. Die Zahlung erfolgt aufgrund einer Klage, die die Arbeiterkammer für den Betroffenen beim Arbeits- und Sozialgericht erfolgreich geführt hat.

Am 2. Dezember 1996 stürzte Hubert M. auf einer Baustelle von einem ungesicherten Materialaufzug, der für die Personenbeförderung nicht zugelassen war, rund 15 Meter in die Tiefe. Dabei wurde der damals 20 Jahre alte Arbeiter lebensgefährlich verletzt. Die Folgen des Unfalls waren verheerend: Hubert M. ist seither teilweise querschnittgelähmt und zu 100 Prozent arbeitsunfähig. Er bezieht Vollrente, Pflegegeld und eine Invaliditätspension.

Die Arbeiterkammer Kärnten war der Auffassung, dass dem Betroffenen außerdem noch eine sogenannte Integritätsabgeltung zusteht. Die Integritätsabgeltung wird dann gewährt, wenn der Arbeitsunfall durch die "grob fahrlässige Außerachtlassung von Arbeitnehmerschutzvorschriften" verursacht worden ist. Die AK brachte daher beim Arbeits- und Sozialgericht Klagenfurt gegen die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt Klage ein.

Die Arbeiterkammer Kärnten begründete ihre Klage mit dem Hinweis, dass "der Arbeitsunfall jedenfalls durch Außerachtlassung von sowohl persönlichen als auch technischen Arbeitnehmerschutzvorschriften grob fahrlässig verursacht wurde". Es gelang der AK nachzuweisen, dass der verantwortliche Vorgesetzte es "verabsäumt hat, den defekten Materialaufzug abzusperren bzw. es unterlassen hat, konkret zu verbieten, mit diesem Lasten oder Personen zu befördern. Auch wurde der defekte Aufzug von ihm nicht abgesichert, sodass auch betriebsfremde Personen mit dem Aufzug hinauffahren konnten".

Sowohl das Arbeits- und Sozialgericht in Klagenfurt als auch das Oberlandesgericht Graz, bei dem die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt gegen das Ersturteil berufen hatte, gaben der Arbeiterkammer Kärnten Recht. Aufgrund der erfolgreichen Klage der AK erhielt der Maurer die höchstmögliche Integritätsabgeltung von fast 1,2 Millionen Schilling. "Dieses Ergebnis zeigt deutlich, wie effektiv die kostenlose Rechtsschutztätigkeit der AK ist", betont AK-Präsident Josef Quantschnig.

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