Österreichische Lehrlingspolitik muss neu positioniert werden

Wien (PWK) - Auffangmaßnahmen für lernschwache Jugendliche sinnvoll - für ausbildungsfähige Jugendliche genug Lehrstellen vorhanden

"So sehr Maßnahmen für lernschwache und nicht
ausbildungsfähige Jugendliche, die in der Diskussion vielfach unter dem Schlagwort "Auffangnetz" zusammengefasst werden, sinnvoll sind und sicherlich auch in der Zukunft notwendig bleiben werden, so wenig gilt das für normal begabte ausbildungsfähige Jugendliche. Für diese gibt es, von einigen regionalen Problemzonen abgesehen, mittlerweile in Österreich ein ausreichendes Angebot an Lehrstellen", stellt Georg Piskaty, Leiter der Gruppe Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, zur derzeitigen Situation des Lehrstellenmarktes fest.

"Die österreichische Lehrlingspolitik muss sich neu positionieren", so Piskaty weiter. "Für nicht ausbildungsfähige Jugendliche sollten wir die Vorlehre öffnen und attraktiver machen, z.B. durch Abschaffung unsinniger Zugangsbeschränkungen." Daneben sollte aber auch eine schulische Variante dieser Vorlehre geschaffen werden. Hier sind Fördermaßnahmen des AMS sinnvoll investiert, wie übrigens auch für "Berufsvorbereitungskurse", in denen in den Sommermonaten noch nicht ausbildungsreife Jugendliche ausbildungsfähig gemacht werden. Gerade bei letzteren Kursen beweisen Vermittlungsquoten von bis zu 80 Prozent größte Effizienz. "Das sind Quoten, von denen das milliardenschwere 'Auffangnetz' (Lehrlingsstiftungen und Lehrgänge) nur träumen kann", sagte Piskaty.

Die Lehrlingsausbildung selbst braucht eine Lockerung des rechtlichen Korsetts, insbesondere auch Lösungsbestimmungen für nicht ausbildungsfähige oder -willige Lehrlinge, eine raschere Änderung der alten Berufsbilder, eine schnellere Einführung neuer Berufsbilder und eine kostenmäßige Entlastung der Ausbildungsbetriebe, die zwar die Lehrlingsentschädigung für die Zeit der Ausbildung im Betrieb, nicht aber für die Zeit des Berufsschulbesuchs des Lehrlings zahlen sollten. "Ein solches modernisiertes und flexibleres Lehrlingssystem wird auch ausreichend Ausbildungsplätze für ausbildungsfähige Jugendliche zur Verfügung stellen können", so Piskaty abschließend. (pt)

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