OeNB - Die österr.Zahlungsbilanz i.d.Monaten Jän.bis Okt.1999

Wien (OTS) - In den ersten zehn Monaten 1999 wies die Leistungsbilanz auf Cash-Basis mit 3,77 Mrd. Euro (knapp
52 Mrd. S) ein um 0,87 Mrd. Euro höheres Defizit auf als im Vergleichszeitraum des Vorjahres (2,90 Mrd. Euro).(Mit Beginn des Jahres 1999 werden die Daten der österreichischen Zahlungsbilanzstatistik in Pressemeldungen in der
Währungseinheit Euro veröffentlicht. In der OeNB Publikation "Statistische Monatshefte" hingegen werden die Daten sowohl in
Euro als auch in ATS dargestellt)

Dies ist auf ein größeres Defizit aus Warenzahlungen und in
der Teilbilanz Einkommen, sowie - wenngleich in volumensmäßig geringerem Ausmaß - bei den laufenden Transfers zurückzuführen. Das höhere Aktivum bei den Dienstleistungen konnte diese Defiziterhöhungen nur zum Teil ausgleichen.

Nach Vorliegen der ersten zehn Monate zeigt sich mit 5 % ein stärkeres Wachstum der Zahlungen für Warenimporte als der Erlöse für Exporte (4 %). Die aus den Zahlungsströmen kommenden Signale entsprechen damit den Erwartungen eines kräftigen
Importwachstums, das auf die rege Konsum- und
Investitionsnachfrage im Inland zurückzuführen ist. Das Defizit der Warenzahlungen erhöhte sich in der Periode Jänner bis
Oktober 1999 um 0,75 Mrd. Euro auf 4,60 Mrd. Euro.

Der positive Saldo der Dienstleistungen nahm in der Periode Jänner bis Oktober 1999 um insgesamt 0,88 Mrd. Euro auf
3,55 Mrd. Euro zu. Der Reiseverkehrsüberschuß als wichtigste Komponente erhöhte sich um 0,30 Mrd. Euro auf 1,67 Mrd. Euro,
wobei einerseits die Reiseverkehrseinnahmen um 3 % anstiegen und andererseits die Reiseverkehrsausgaben der Österreicher stagnierten. Aber auch der positive Saldo der gesamten übrigen Dienstleistungspositionen erhöhte sich von 1,30 Mrd. Euro auf
1,88 Mrd. Euro, erwähnenswert sind dabei insbesondere Verbesserungen bei technischer Beratungstätigkeit, Personenbeförderung, Operational Leasing, sonstigen Handelsleistungen, aber auch bei Patenten und Lizenzen. Warenzahlungen und Dienstleistungen zusammen ergaben ein Defizit
in Höhe von 1,06 Mrd. Euro, das damit etwas geringer war als im Vergleichszeitraum 1998 (1,19 Mrd. Euro).

In der Teilbilanz Einkommen ergaben sich im Berichtszeitraum Nettoabflüsse in Höhe von 0,90 Mrd. Euro gegenüber
0,09 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum 1998. Bestimmend dafür war
der starke Anstieg der Einkommen des Auslands aus Portfolioinvestitionen und verminderte Eingänge für sonstige Veranlagungen. Nur im Bereich der Einkommen aus
Direktinvestitionen ergab sich, bedingt durch geringere Abflüsse
an ausländische Investoren, eine Verbesserung.

Das Defizit der Laufenden Transfers war mit 1,82 Mrd. Euro um 0,19 Mrd. Euro höher als im Vergleichszeitraum. In dieser Teilbilanz ist der überwiegende Teil der Transaktionen mit der
EU enthalten.

Die Vermögensübertragungen schlossen in den ersten zehn Monaten 1999 mit einem Defizit von 0,12 Mrd. Euro gegenüber
0,06 Mrd. Euro im entsprechenden Vergleichszeitraum des
Vorjahres.

Die bereits im Vorjahr außergewöhnlich hohen Direktinvestitionen von Österreichern im Ausland nahmen im Berichtszeitraum weiter zu, während die Investitionen des
Auslands in Österreich abflachten. Dadurch drehte der Saldo von einem Nettokapitalimport von 0,26 Mrd. Euro in den ersten zehn Monaten 1998 auf einen Nettokapitalexport von 1,02 Mrd. Euro in
der Berichtsperiode.

Die Portfolioinvestitionen erreichten in beiden Richtungen beinahe den doppelten Wert des Vorjahresvergleichszeitraumes. Österreicher erwarben in der Berichtsperiode Jänner bis Oktober 1999 ausländische Wertpapiere im Wert von 22,15 Mrd. Euro, ausländische Anleger kauften inländische Wertpapiere im Wert von 21,55 Mrd. Euro. Daraus resultiert im gesamten Berichtszeitraum
ein Nettokapitalexport aus Portfolioinvestitionen in Höhe von
0,60 Mrd. Euro gegenüber einem Nettokapitalimport von
0,93 Mrd. Euro im Vorjahr. Dabei überwogen bei den Anteilswerten die Käufe ausländischer Wertpapiere durch Österreicher (Nettokapitalexport 1,15 Mrd. Euro) und bei den
festverzinslichen Wertpapieren die Verkäufe österreichischer Wertpapiere an ausländische Anleger (Nettokapitalimport
0,55 Mrd. Euro).

Die Transaktionen in den übrigen Positionen der Kapitalbilanz führten zu einem Nettokapitalimport von insgesamt 6,58 Mrd. Euro gegenüber 2,87 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

ZAHLUNGSBILANZDATEN FÜR
Oktober Jän.bis Okt.
1998 1999 1998 1999
in Mrd Euro

Leistungsbilanz ........... -0,22 -0,91 -2,90 -3,77 ---------------------------------------------------------- Warenzahlungen ......... -0,09 -0,37 -3,85 -4,60 Eingänge ............ 5,40 5,63 51,26 53,10 Ausgänge ............ 5,49 6,00 55,11 57,71 Dienstleistungen ....... 0,13 0,07 2,67 3,55 Eingänge ............ 1,67 1,64 18,07 18,64 Ausgänge ............ 1,54 1,57 15,40 15,09
hievon: Reiseverkehr -0,06 -0,12 1,36 1,67 Eingänge ............ 0,66 0,65 8,77 9,05 Ausgänge ............ 0,72 0,76 7,41 7,38 Einkommen .............. -0,05 -0,33 -0,09 -0,90 Eingänge ............ 0,63 0,63 7,21 7,38 Ausgänge ............ 0,68 0,97 7,30 8,27 Laufende Transfers ..... -0,21 -0,27 -1,63 1,82 Eingänge ............ 0,16 0,13 1,98 1,98 Ausgänge ............ 0,37 0,40 3,60 3,79 ---------------------------------------------------------- Vermögensübertragungen .... 0,04 0,00 -0,06 -0,12 ---------------------------------------------------------- Kapitalbilanz ............. 0,71 1,91 4,06 4,96 ---------------------------------------------------------- Direktinvestitionen .... -0,02 -0,21 0,26 -1,02 Portfolioinvestitionen . -0,29 1,27 0,93 -0,60
Sonstige Investitionen . 3,02 0,73 5,08 5,34 Finanzderivate ......... -0,09 0,11 -0,31 -0,54 Offiz.Währungsreserven 1) -1,91 0,02 -1,90 1,78 ---------------------------------------------------------- Statistische Differenz .... -0,53 -1,01 -1,10 -1,07 ----------------------------------------------------------

1) Zunahme: -; Abnahme:+.
1998 umgerechnet mit dem unwiderruflichen Euroumrechnungskurs:
1 EUR= 13,7603 ATS.
Rundungen können Rechnungsdifferenzen ergeben

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