AK: Mehr Sicherheit für Urlauber bei Erkrankung kurz vor Reiseantritt

AK gewinnt Musterprozess gegen Versicherung

Wien (OTS) - Erst wenn Ärzte klar von einer Urlaubsreise abraten, muss der Konsument stornieren und das der Versicherung melden. Die Versicherung muss dann die bis zu diesen Zeitpunkt angefallenen Stornogebühren komplett zahlen. Mit dieser Entscheidung hat das Bezirksgericht für Handelssachen Wien der AK Recht gegeben. Der Anlass dafür war: Eine Konsumentin stornierte zwei Wochen vor Urlaubsantritt ihre Reise, weil die Schwere der Krankheit erst so spät erkannt wurde. Die Versicherung wollte daraufhin nur einen Teil der Stornoforderungen zahlen, denn die Konsumentin hätte schon früher von der Krankheit gewusst. Konsumenten haben durch dieses Urteil mehr Sicherheit, denn gerade bei der Stornoversicherung zieren sich immer wieder einzelne Versicherungen, sagen die AK-Konsumentenschützer. ****

Eine Konsumentin hatte zusammen mit ihrer Schwester für Mitte bis Ende August letzten Sommer eine Pauschalreise gebucht. Mitte Juli erkrankte die Konsumentin. Jedoch wurde die Schwere der Erkrankung erst einige Zeit später erkannt, und so stornierte sie rund 14 Tage vor Reiseantritt die Reise auf dringendes Anraten des Arztes. Die Konsumentin hatte zusammen mit dem Pauschalreisearrangement ein Reiseversicherungspaket abgeschlossen, das auch eine Stornoversicherung enthielt. Daher glaubte sie sich gegen die Stornogebührforderungen des Reiseveranstalters gut abgesichert. Es kam aber anders: Die Versicherung ließ sie - entgegen der Werbeankündigung "Mehr Sicherheit mehr Urlaubsfreude" - im Regen stehen. Die Konsumentin fühlte sich um diese Sicherheit und einen vollständigen Ersatz der Stornokosten durch das Unternehmen schlicht geprellt.

Versicherung verweigerte
Die Versicherung ersetzte nur 25 Prozent des Arrangementpreises abzüglich eines Selbstbehaltes. Es blieb ein Restbetrag von 4.295 Schilling übrig, den die Versicherung nicht übernehmen wollte. Der Grund dafür: Die Konsumentin wusste bereits seit Mitte Juli von ihrer Erkrankung, so dass die erfolgte Stornierung nicht unverzüglich im Sinne der Reisebedingungen gewesen wäre. Da bei bedingungsgemäßer erfolgter Stornierung Kosten von 25 Prozent des Arrangementpreises entstanden wären, wurde lediglich dieser Betrag übernommen (unter Berücksichtigung eines Selbstbehaltes).

Die AK nahm diesen Fall zum Anlass und hat die Versicherung geklagt. Das Bezirksgericht für Handelssachen Wien hat der AK Recht gegeben und sprach der Konsumentin auch den Ersatz der restlichen Stornogebühren zu. Die Konsumentin erhielt 4.490,84 Schilling zugesprochen (samt Zinsen).

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presse Doris Strecker
Tel.: (01)501 65-2677

AK Wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW