Umsatzplus im Weihnachtsgeschäft beschert Handel Trendumkehr

Reales Umsatzplus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr Überdurchschnitliche Entwicklung der Einkaufsstraßen.

PWK - Im österreichischen Handel deutet sich eine Trendumkehr an. "Nach vielen mageren Jahren sind zwar noch nicht die biblischen sieben fetten Jahre angebrochen, aber es liegen heuer wieder mehr Packerl auf den Gabentischen der Händler als im letzten Jahr", freut sich Erich Lemler, Obmann der Bundessektion Handel über ein deutliches Umsatzplus im Weihnachtsgeschäft 1999. Das Institut für Gewerbe- und Handelsforschung (IfGH) hat berechnet, dass die Umsätze heuer um nominell zwei Prozent und real um drei Prozent auf über 19 Mrd Schilling gestiegen sind. Die anspringende Konjunktur und das milde Wetter haben die Kassen vor allem in den Einkaufsstraßen öfter klingeln lassen. "Renner" im Weihnachtsgeschäft waren heuer Handys, Computer, Digitalkameras und hochwertige Parfümerieartikel. ****

Bei Sportartikeln sind derzeit Carvingskis angesagt, Uhren und Silberschmuck bescherten dem Schmuckhandel Umsatzzuwächse. Nicht so gut lief es bisher im Schuhhandel und bei den Lederwaren. Im Spielwarenhandel könnten die letzen Tage vor Weihnachten noch einen Schub bringen. Auch im Lebensmittelhandel wird das meiste Geschäft erst kurz vor den Feiertagen gemacht. Deutlich zugenommen hat der Anteil der Geld- und Gutscheingeschenke, deren Umsätze erst mit einem entsprechenden Time Lag zu Buche schlagen.

Obmann Lemler nahm die Pressekonferenz auch zum Anlass, auf einige wichtige Erfolge der Sektion in der politischen Arbeit hinzuweisen. So wird ab 1.1.2000 der Verkauf unter dem Einstandspreis verboten sein. Ebenso gilt ab Anfang Jänner die Bußgeldregelung bei Ladendiebstählen. Neue Regelungen bei Duty-Free-Käufen (Einfuhren von Tabakwaren aus Oststaaten) sowie die Einkaufszentren-Verordnung hätten sich ebenfalls positiv auf den Handel ausgewirkt. Mit der Reform des Berufsbildes Einzelhandelskaufmann und der Einführung neuer Lehrberufe wie des Sportartikelmonteurs oder des EDV-Kaufmanns ergeben sich für die Jugendlichen neue Chancen für eine zukunftsorientierte Ausbildung.

Ein Dorn im Auge ist Lemler immer noch der vergleichsweise hohe Disagiosatz beim Kauf mit Kreditkarten, der mit 3,8% vom Einkaufswert fast doppelt so hoch ist wie in vielen Nachbarländern. Lemler rechnet damit, dass nach der Einführung des Euro weit mehr Kunden bargeldlos einkaufen werden als bisher und forderte daher eine spürbare Senkung des Disagiosatzes. So müssen in Deutschland die Händler lediglich 1,7% der Einkaufssumme an die Kreditkarten-Institute abliefern.

Auch die Frage der Gewährleistung wird die Sektion im nächsten Jahr weiter beschäftigen. Lemler verlangt in diesem Zusammenhang das volle Rückgriffsrecht des Handels gegenüber den Vorlieferanten, wenn die Gewährleistungsfrist von 6 Monaten auf zwei Jahre erhöht wird. Lemler warnte davor, neue bürokratische Hürden aufzustellen. So müsste vor allem eine zusätzliche Belastung der Händler durch die Grundpreisauszeichnung möglichst gering gehalten werden.
(Schluß) MH

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