Entwicklungshilfe-Organisationen warnen Der österreichischen Entwicklungshilfe droht radikale Trendwende

Wien (OTS) - Vertreter des Beirates für Entwicklungshilfe, einem gesetzlichen Beratungsgremium der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit, ersuchten die zuständige Staatssekretärin Frau Benita Ferrero-Waldner, alle politischen Möglichkeiten auszuschöpfen, damit die angekündigten und schmerzlichen Kürzungen der Mittel für Entwicklungshilfe im Staatshaushalt nicht vollzogen werden.

Allein die Nichtfreigabe der 100 Millionen Ermessenskredit für 1999 betrifft ein Volumen in der Größenordnung der drei sogenannten Schwerpunktländer österreichischer Entwicklungszusammenarbeit:
Äthiopien, Burkina Faso und Kap Verde.

Danach zeichnen sich weitere Kürzungen für das Budget 2000 ab, die einen Bruch mit der bisherigen Linie der österreichischen Entwicklungshilfe darstellen. Es ist zu befürchten, daß eine weitere und deutliche Verschlechterung der österreichischen Leistungen in diesem Bereich eintritt. Österreich befindet sich bereits jetzt im internationalen Vergleich im Schlußfeld aller Meßzahlen über die Leistungen der Entwicklungspolitik.

Dazu kommt, daß der offenkundige Kurswechsel auch das wiederholt von österreichischen Politikern auf internationalen Konferenzen beschworene Ziel eines Anteils der Leistungen für Entwicklungszusammenarbeit von 0,7 Prozent des Bruttonationalprodukts auf einen nicht mehr erkennbaren Zeitpunkt verschiebt.

Das reiche Österreich setzt mit Kürzungen gerade dort an, wo es Kinder, Kranke und Schwache in der Dritten Welt trifft. Die Kürzungen stehen im deutlichen Widerspruch zu den wortreichen Beteuerungen der öffentlichen Politik, und die Zahlen belegen, daß das angesagte politische Ziel offenbar Sparen auf dem Rücken der Ärmsten bedeutet.

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