Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" "Kein Zurück mehr"

Ausgabe vom 22.12.99

Das was vor dem 7. März von Jörg Haider versprochen und nach dem 7. März von diesem höchstpersönlich unterschrieben worden ist, gibt es schon längst nicht mehr. Der Kinderscheck - nur noch aus Gründen der Erinnerungshilfe so benannt - ist nichts anderes mehr als die Papier gewordene Angst, Wortbruch und Scheitern einbekennen zu müssen. Für Jörg Haider gibt es da "kein Zurück mehr".
Ein Zurück ließe den Kinderscheck zur Untergangsmetapher werden. Das aber ist für Haider außerhalb des Denkbaren. Dass einer wie ER scheitert, ist im Lebensentwurf dieses Politikers nicht vorgesehen. Und wenn doch, dann scheitert alles andere mit.
Deshalb ist das Problem Kinderscheck mehr als ein uneinlösbares Wahlversprechen. Solange Haider mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit doch noch damit rechnen konnte, politische Zustimmung zu erhalten, um sein dreistes Versprechen einzulösen, solange gebärdete sich der Unberechenbare berechenbar. Ja, er war geradezu umgänglich und zu fast jedem anderen Versprechen bereit, solange man ihm nicht jegliche Hoffnung auf den Kinderscheck nahm.
Doch welchen Grund sollte der FPÖ-Chef zu weiterer Umgänglichkeit haben, wenn er glaubt, den Kinderscheck nun ohne politischen Partner, also über den Weg einer Volksbefragung, umsetzen zu müssen? Er wird nichts und niemanden schonen. Es wird eine beispiellose Kampagne. Am Spiel steht dann längst nicht mehr der Kinderscheck, sondern Haider selbst.

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