Mortier: Abgang vor Vertragsende bei FPÖ-Regierungsbeteiligung - Lob für Klestil - Pläne in Gent

Vorausmeldung News 51-52 vom 22.12.1999

Wien (OTS) - Gerard Mortier, Intendant der Salzburger Festspiele
bis inklusive Sommer 2001, wird seinen Vertrag nicht zu Ende erfüllen, sollte die FPÖ in irgendeiner Form an der Regierung beteiligt werden. Das gibt Mortier in einem Interview für die morgen erscheinende Ausgabe des Nachrichtenmagazins News bekannt.

Das Prozedere in diesem Fall laut Mortier: "Ich würde bei der nächsten Kuratoriumssitzung im Mai bekanntgeben, daß ich nach den Festspielen 2000 gehe.

Als Grund gibt Mortier an, eine FP-Regierungsbeteiligung würde internationale Besucher und Künstler von den Festspielen vertreiben.

Lobend äußert sich Mortier im News-Interview über seinen Nachfolger Peter Ruzicka und zu Bundespräsident Klestil, mit dem er im Sommer eine Kontroverse um die Festspiel-Eröffnungsrede führte. "Ich denke, ihm ist mit dieser Rede etwas unterlaufen, was ihm selber peinlich war. Seine Mitarbeiter haben ihn in eine Falle laufen lassen. Ich schätze Klestils Internationalität und den Durchblick, mit dem er erkennt, wie gefährlich es wäre, die FPÖ an die Regierung zu lassen. Schausberger hat kürzlich offen für schwarz-blau votiert, aber das sollte er als verantwortlicher Festspielpolitiker nicht."

Kritik übt Mortier weiterhin an der Struktur des Festspieldirektoriums: Spätestens zum Mozart-Jahr 2006 werde diese geändert sein, prophezeit er. "Der neue künstlerische Leiter wurde in einer fünf Monate dauernden Prozedur gefunden. Der Verwaltungsdirektor wird ausgeschrieben. Nur die Präsidentin wird vom Landeshauptmann politisch bestimmt wie von einem Sonnenkönig. Das wäre früher legitim gewesen, als das noch ein Ehrenamt war. Jetzt aber wird die Präsidentin bezahlt, und zwar sehr gut."

Mortier spricht in News auch über seine persönlichen Pläne nach 2001. Er habe schon eine Professur an der Universität seiner Geburtsstadt Gent übernommen. "Und in den nächsten zwei, drei Monaten wird sich außerdem entscheiden, ob in Gent mein derzeit wichtigstes Projekt zustandekommt: eine Art Performance Hall, die zu bauen und zu leiten sein wird und wo ich die klassische Musik in Zusammenhang mit ethnischer und populärer Musik dieses Jahrhunderts und mit den Medien Film und Video bringen will. Je älter ich werde, desto mehr will ich ins Experiment. Ich habe schließlich allen Glamour dieser Welt hinter mir."

Außerdem, so Mortier, würde er gern via ORF in wichtige österreichische Opern- und Theaterpremieren einführen. "Ich kann das sicher besser als Herr Prawy."

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