VAT verlangt rasche Klärung offener Liberalisierungsfragen von der Telekom Control

Wien (OTS) - Heute Morgen haben die im VAT (Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber) vertretenen Unternehmen den Antrag an die Regulierungsbehörde betreffend

Neuregelung der Zusammenschaltungsbedingungen

gestellt. Damit wird im Interesse der Volkswirtschaft und aller Kunden die dringend nötige Liberalisierung des Telekommunikationssektors weitergetrieben. Die neuen Zusammenschaltungsbedingungen müssen nämlich den Anforderungen, die sich aus der nunmehr fast zweijährigen Praxis der Zusammenschaltung der neuen Netze mit dem des Marktbeherrschers ergeben, erfüllen und auch die in diesem Zeitraum realisierten Produktivitätszuwächse berücksichtigen.

Die Anrufung der Regulierungsbehörde ist deshalb notwendig geworden, weil einerseits die Telekom Austria effiziente, multilaterale Verhandlungen mit den alternativen Betreibern abgelehnt hat und andererseits auch in den bilateralen Verhandlungen keine marktgerechten Angebote seitens des ehemaligen Monopolisten erfolgt sind. Für das nunmehrige Verfahren vor der Regulierungsbehörde strebt der VAT wettbewerbsgerechte und den Marktgegebenheiten in der EU angemessene Entscheidungen an.

Einen Punkt der Zusammenschaltungsbedingungen stellen die Entgelte dar. Für die Terminierung ("Zustellung") und für die Originierung ("Heranführung") von Anrufen im Netz des Marktbeherrschers wurden von der Telekom Austria Vorschläge vorgelegt, die eine deutliche Erhöhung der Entgelte ergeben. Damit würden sich die Zusammenschaltungsentgelte signifikant weiter weg von den empfohlenen europäischen Vergleichswerten bewegen. Die alternativen Betreiber fordern hingegen eine erhebliche Absenkung der bestehenden Entgelte, und dies aus gutem Grund, da Österreich derzeit im europäischen Vergleich deutlich überhöhte Zusammenschaltungsentgelte für Verbindungen in das Festnetz des Marktbeherrschers aufweist.

Bei dieser Gelegenheit soll noch auf zwei weitere Liberalisierungsschritte hingewiesen werden: die Netzbetreibervorauswahl und die Rufnummernportierung. Entsprechende Anträge seitens VAT-Mitgliedsfirmen zu beiden Themen sind bereits gestellt.

Zur Netzbetreibervorauswahl

Heute muss ein Kunde, der mit einem alternativen Anbieter telefonieren möchte, noch immer aktiv vor jedem Gespräch eine Betreibervorwahl wählen (10xx). Die EU-Rahmenbedingungen sehen vor, dass diese Erschwernis ab 1.1.2000 Geschichte sein soll. Ab diesem Zeitpunkt sollte die Telekom Austria dem Kunden eine dauerhafte Einstellung bieten, die diese Beeinträchtigung beseitigt. Der Clou:
Man wählt einen Netzbetreiber aus und lässt sich "voreinstellen". Danach wählt man wie bisher - ohne Betreibervorwahl.

Zur Rufnummernportierung

Kunden wechseln den Betreiber nur ungern, wenn sie die gewohnte Nummer nicht mitnehmen können. Dieses Mitnehmen der Nummer wird durch die sogenannte Rufnummernportierung ermöglicht. Eine solche Portierung zwischen Betreibern hätte laut gesetzlichen Regelungen (Nummerierungsverordnung und auch EU-Bestimmungen) schon ab 1.1.1998 angeboten werden sollen.

Alle diese Vereinfachungen, die zu mehr Wettbewerb am Markt und zu höherem Kundenkomfort beitragen könnten, sind auch schon lange rechtlich verbrieft, wurden jedoch bisher von der Telekom Austria schlichtweg ignoriert und standen daher den österreichischen Kunden nicht zur Verfügung.

Stichwort "Zusammenschaltungsverträge"

Zusammenschaltungsverträge werden zwischen Betreibern öffentlicher Telekommunikationsnetze abgeschlossen und beinhalten neben Regelungen über die Realisierung von Netzübergabepunkten und Zusammenschaltungsverbindungen auch Entgeltregelungen, beispielsweise für die Zustellung von Anrufen zu Teilnehmern, die im jeweils anderen Netz angeschlossen sind.

Damit für Telefonkunden die volle wechselseitige Erreichbarkeit von Teilnehmern und Diensten in allen öffentlichen Telekommunikationsnetzen sichergestellt werden kann, sehen sowohl die europäischen Rahmenbedingungen als auch das österreichische Telekommunikationsgesetz vor, dass bei Nichteinigkeit der Betreiber untereinander die Regulierungsbehörde (in Österreich ist das die "Telekom Control Kommission") entsprechende Zusammenschaltungsanordnungen trifft.

Durch diese Rahmenbedingungen sollen marktbeherrschende Unternehmen (wie die Telekom Austria) daran gehindert werden, ihre dominante monopolartige Stellung zu missbrauchen und damit andere Unternehmen vom Markt zu drängen oder fernzuhalten bzw. auf diese Weise ein nicht gerechtfertigtes und überhöhtes Preisniveau aufrecht zu erhalten.

Daher ist es speziell im Bereich der oft strittigen Zusammenschaltungsentgelte Aufgabe der Regulierungsbehörde, in Streitschlichtungsverfahren darüber zu entscheiden, welche kostenorientierten Entgelte das marktbeherrschende Unternehmen für die in seinem Netz zu erbringenden Leistungsanteile bei netzübergreifenden Verbindungen dem Zusammenschaltungspartner in Rechnung stellen kann.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Dipl.-Ing. Dr. Georg Pölzl
max.mobil. Telekommunikation Service GmbH
Kelsenstraße 5 - 7, 1030 Wien
Tel: (01) 795 85-0, Fax 795 85-6526

VAT - Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber
Mariahilfer Straße 37 - 39, 1060 Wien
Tel.: (01) 588 39-33 oder 588 39-35,
Fax: (01) 586 69 71

Dkfm. Dr. Helmut Schönthaler
UTA Telekom AG
Rooseveltplatz 2, 1090 Wien
Tel.: (01) 90 09-0, Fax: 90 09-3098

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS