"Neues Volksblatt" Kommentar: "Dilemma"

(Von Michael Kaltenberger) Ausgabe vom 20. 12. 1999

Linz (OTS) - Der neue Wirtschaftsbund- und künftige Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl wird sich mit den Linken noch einiges mitmachen. Und zwar deshalb, weil er die Ausgrenzungspolitik der SPÖ gegenüber der FPÖ nicht mitmacht. Für Christoph Leitl ist die FPÖ genauso ein möglicher Partner wie die SPÖ. Genauso lieb oder genauso unlieb, wie er gestern erkennen ließ. Die einen, die Roten, hält er für reformunwillig, die anderen, die Blauen, hält er für unverlässlich. Ein Dilemma!

Daher geht es in den Regierungsverhandlungen darum, auszuloten, mit wem das notwendige Sanierungs- und Erneuerungsprogramm durchzusetzen ist. Und nicht nur darum, wie ein Weg zur Neuauflage der rot-schwarzen Koalition gefunden werden kann!

Genau das ist aber für die SPÖ so gefährlich. Wenn die Mauer, die sie mit tatkräftiger Hilfe aus dem Ausland um die FPÖ gebaut hat, einfällt, ist wahrscheinlich der Kanzler weg.

SPÖ-Geschäftsführer Andreas Rudas hat das Urteil bereits gesprochen: Wer es, wie Leitl, wagt, Kritik an der SPÖ zu üben, dem mangelt es an Anstand. Außerdem, meint Rudas, würde eine schwarz-blaue Regierung auch der Volkspartei schwer schaden.

Es kommt nicht oft vor, dass sich ein Sozi für die ÖVP den Kopf zerbricht.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
(Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVL/OTS