Grüne: Neupers 'Sports Award' hatte offenbar nur 162,5 Zuschauer Brosz will offene Fragen durch parlamentarische Anfrage klären

Wien (OTS) "Die Vergabe der 'World Sports Awards of the Century' am 19. 11. in der Staatsoper wirft bei genauerer Betrachtung immer mehr Fragen auf", so der Sportsprecher der Grünen, Dieter Brosz. Vergleicht man etwa die kolportierten Eintrittspreise von ATS 4.000 für Einzelkarten und ATS 60.000 bis S 80.000 für Logen mit dem Budgetansatz, kommt man bei den Einzelkarten bloß auf 162,5 zahlende Besucher. Das kann bei einer drei Wochen vor dem Termin bereits ausverkauften Veranstaltung in der Staatsoper woh nicht zutreffend sein. Rechnet man die Zuschauerzahlen jedoch mit der Besucherzahl hoch, ergibt sich allein im Bereich des Kartenverkaufs einen Differenz von annähernd 10 Millionen Schilling.

Weiters berichtete noch im Juni 1999 Staatssekretär Ruttenstorfer im Parlament von einer 77-Millionen-Schilling Veranstaltung der Österreichischen Sporthilfe. Dann mutierte diese Preisverleihung zu einem 45-Millionen-Schilling Event allerdings nicht mehr der Sporthilfe, sondern der Neuper Team GmbH. Eine Information des Parlaments über den nicht unwesentlichen Wechsel von einem Förderungswerber mit öffentlichem Interesse zu einem Privatunternehmen wurde offenbar nicht für notwendig erachtet, kritisiert Brosz.

Unklar ist in diesem Zusammenhang auch, ob die Vorgangsweise Neupers von der Sporthilfe zunächst mitgetragen wurde und diese dann ausgestiegen ist, weil ihr die Veranstaltung zu heiß wurde, oder ob Neuper den Sporthilfe-Vorstand nicht über seine Schritte informierte. "Beide Möglichkeiten werfen jedoch ein merkwürdiges Licht auf den Sporthilfe-Präsidenten Bundeskanzler Klima und den geschäftsführenden Präsidenten Staatssekretär Wittmann, die ihre Ämter zwar zu Repräsentationsaufgaben nützen, ansonsten aber nicht für die notwendige Transparenz sorgen", so Brosz.

Völlig unverständlich ist weiters, wodurch die geplanten Sponsoreinnahmen innerhalb kürzester Zeit von 27 Millionen Schilling auf 12 Millionen gesunken sind und wo der Rest verblieben ist. Entweder wurden namens der Sporthilfe zunächst völlig unrealistische Angaben getätigt oder es scheinen im Budget nunmehr Einnahmenteile einfach nicht mehr auf.

Letztlich wird auch zu klären sein, weshalb die Einnahmen aus den TV-Rechten um 1,7 Millionen Schilling geringer ausfielen als die budgetierten 5,7 Millionen Schilling Produktionskosten des ORF.

All diese offenen Fragen will Brosz durch eine parlamentarische Anfrage an den Bundeskanzler geklärt wissen. "Sollten unsere Fragen nicht restlos aufgeklärt werden, werden wir die Finanzabwicklung dieser Veranstaltung auch in parlamentarischen Ausschüssen überprüfen", so Brosz abschließend.

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