FORMAT: Die illustren Geschäfte des Alon-Clans

Der unter Betrugsverdacht stehende Chef des Wiener Handelshauses - B. C. L. Trading GmbH, Barak Alon, löst Prozeßlawine in Osteuropa aus

Wien (OTS) - Die Unternehmensgruppe der Familie Alon setzt von Wien-Wieden aus mit illustren Geschäften zehn Milliarden Schilling pro Jahr um. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Laut FORMAT sieht sich der Chef des Wiener Handelshauses B. C. L. Trading GmbH, Barak Alon, der von der tschechischen Großbank Komercni Banka wegen Betrugsverdachts angezeigt worden ist, als Opfer einer Intrige. Die Bank beschuldigt den 39jährigen Unternehmer, durch gefälschte Unterlagen einen Schaden von umgerechnet bis zu 2,7 Milliarden Schilling verursacht zu haben. Gestützt auf einen 40 Seiten starken Prüfbericht der Wirtschaftsprüfergesellschaft Deloitte & Touche, soll der Österreicher laut der Prager Großbank seit 1996 durch gefälschte Dokumente bei Geschäften mit Stahl und Weizen aus Rußland, der Ukraine und Tschechien einen Schaden verursacht haben, der zwei Drittel des Grundkapitals der Bank erreicht.

Wie FORMAT weiter berichtet, hat die Bank bereits im Oktober des Vorjahres den für diese Akkreditivgeschäfte zuständigen Vorstand Lubomir Stepanik gefeuert. Sein Nachfolger Pavel Sevcik wurde vom Aufsichtsrat der Komercni am vergangenen Freitag entlassen. Das Londoner Warenhandelshaus Rolls & Stone Ltd. erhebt gegen die Bank eine Forderung von umgerechnet 675 Millionen Schilling, weil Kolchosen in Südrußland wegen Mißernten ihre Weizenkontrakte nicht einhalten können, für deren Bezahlung die Komercni gegenüber der Wiener B. C. L. Garantien abgegeben hat. Die Folge laut FORMAT: in der südrussischen Stadt Rostow ist die Auseinandersetzung bereits Gegenstand eines Gerichtsverfahrens. FORMAT zitiert B. C. L.-Anwalt Gerald Göbel mit den Worten: "Die Ware ist dort blockiert, deshalb fließt kein Geld, und mein Mandant steht im Eck." Fingierte Stahlgeschäfte des Osthändlers in Tschechien sollen zustande gekommen sein, weil Barak Alon selbst Beteiligungen an den beiden tschechischen Stahlwerken Valcovny Plechu und Poldi Ocel hält.

Barak Alon selbst weist die Betrugsvorwürfe als Intrige zurück. Laut FORMAT besitzt der B. C. L.-Chef in Budapest ein Einkaufszentrum im Wert von 350 Millionen Schilling. Er hat die Besitzgesellschaft von Juval Rainer übernommen, der in Ungarn wegen Spionage für Israel und diverser Zollvergehen zwei Jahre in U-Haft saß. laut dem Magazin-Bericht hat Barak Alon die B. C. L. 1993 mit einem schillernden Hälfte-Partner gegründet: Chon Chol Ho, 41, damals Handelsattache an der Botschaft Nordkoreas in Wien.

Laut FORMAT setzt der Alon-Clan von Wien-Wieden aus zehn Milliarden Schilling Umsatz pro Jahr um. Allein auf 7 Milliarden Umsatz bringt es die von Barak Alons Bruder Nir, 36, geleitete Altro Warenhandels GmbH. Sie wickelt unter anderem Baumwollgeschäfte ab. Die B. C. L. brachte es 1998 auf einen Umsatz von 3,6 Milliarden.

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