Rottalmoos in Litschau wird Naturschutzgebiet

10,86 Hektar umgewidmet: Torfmoos wird nicht mehr genutzt

St.Pölten (NLK) - Niederösterreich hat ein neues, nämlich das 46. Naturschutzgebiet: das Rottalmoos, das sich in der Katastralgemeinde Schönau, der nördlichsten Stadt Österreichs, Litschau, befindet. Das Hochmoor ist 10,86 Hektar groß und soll künftig - ausgenommen die Jagd und bis 2004 auch die stammweise Entnahme von Holz sowie die Durchforstung einer Fichtenschonung, die rund einen Hektar umfaßt -von jeder Nutzung ausgeschlossen werden. Den entsprechenden Beschluß faßte die NÖ Landesregierung in ihrer letzten Sitzung.

Das Rottalmoos liegt südwestlich von Litschau auf rund 542 Meter Seehöhe. Seit 1763 befindet sich dieses Gebiet im Besitz der Familie Seilern-Aspang. Ab 1770 wurde der Glasofen der Hütte im Galthof, einem Meierhof der Herrschaft Litschau im Schönauer Forst, mit Torf aus dem benachbarten Rottalmoos geheizt. Diese Glashütte bestand bis 1875.

Heute liegen im Zentrum des Moores langsam regenerierende, unterschiedlich alte Torfstiche, die wegen der wirksamen Entwässerungsmaßnahmen der Vergangenheit sich zum Teil bereits mit Wald überziehen. Die in der Vergangenheit verursachten Einflüsse, wie das Torfstechen, die Anlage von Entwässerungsgräben und das Abschneiden der Feuchtgebiete vom Hangwasser der Umgebung, prägen noch das Bild dieses ehemaligen Hochmoores inmitten einer großen Waldparzelle.

Das Moor wurde vom Institut der Pflanzenphysiologie gemeinsam mit der zuständigen Abteilung des Amtes der NÖ Landesregierung vermessen. Die hydrogeologischen Messungen zeigen Grundwasserstandsschwankungen zwischen 10 und mehr als 25 Zentimeter, was für ein Hochmoor teilweise relativ hoch ist. Die Schwankungen sollen möglichst auf 10 Zentimeter pro Jahr reduziert werden. Der Torf ist im Zentrum mehr als eineinhalb Meter tief.

Im Rahmen eines von der EU zu 50 Prozent kofinanzierten LIFE-Projektes wurde das Rottalmoos von verschiedenen Wissenschaftern näher untersucht und ein Managementplan ausgearbeitet. Der Grundeigentümer, Johannes Seilern-Aspang, erklärte sich mit der Durchführung der Renaturierungsmaßnahmen einverstanden und stimmte gegen eine entsprechende Entschädigung, die aus dem LIFE-Projekt finanziert wurde, auch der Erklärung des Rottalmooses zum Naturschutzgebiet durch die NÖ Landesregierung zu.

Mittlerweile haben auch wirksame Maßnahmen eingesetzt: Der Wasserstand wurde durch fünf Holzspundwände stabilisiert. Der Entbuschung der zentralen Moorfläche erfolgte bereits. Die Durchforstung des Fichtenwaldes, der im Naturschutzgebiet liegt und etwa ein Hektar groß ist, geschieht bis 2004 und wird vom Grundeigentümer übernommen. Auch sonst entstehen keine Kosten für das Land Niederösterreich, da der Grundeigentümer vom WWF Österreich bereits eine finanzielle Entschädigung im Rahmen des LIFE-Projektes "Feuchtgebietsmanagement Oberes Waldviertel" erhielt.

Und was gibt es im Rottalmoos sonst noch? Von den 48 gefundenen Pflanzenarten sind 14 laut "Roter Liste" gefährdet. Besonders erwähnenswert ist der Sumpfporst, der in Österreich stark gefährdet ist. Aus zoologischer Sicht sind besonders die Libellen hervorzuheben, von den 14 Arten sind in Niederösterreich sechs gefährdet. Davon sind fünf bodenständig. Bei den Vögeln sind der Rauhfußkauz und der Sperlingskauz von Bedeutung, Schwarzstorch, Schwarzspecht, Uhu und Waldohreule gehören zu den Nahrungsgästen im Rottalmoos. Bergeidechse, Zitronenfalter und Nadelholz-Säbelschrecke zählen zu den weiteren charakteristischen Arten.

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