Katharsis

Neue Kärntner Tageszeitung
Klagenfurt (-) Zwei Presseaussendungen, zwei Welten. Nur, beide stammen von der Kärntner SPÖ. Die eine aus Villach, die andere aus Klagenfurt. Der Anlass beider: Gebhard Arbeiter, oder genauer, dessen Zeitungsinterview, in dem dieser zitiert wird:,,Da halte ich mich an Goebbels ..."". Die Villacher fordern Rücktritt und Parteiausschluss als ,,einzig mögliche Konsequenz"" (Herbert Schiller).Diese ,,Denkwelt"" sei durch nichts zu entschuldigen.
In einem ,,besonderen Appell"" ersuchen die Klagenfurter (Ewald Wiedenbauer) die Villacher ,,Sprecher ... dringend um Schweigen"". Die Rückkehr zu einer ,,Haltung"", die der SPÖ würdig ist, wird eingefordert. Man müsse aufhören ,,nachzuforschen, wer in der SPÖ wann, was gesagt haben soll"".
Nun. Durchaus steht zu vermuten, dass Arbeiters zitierte Haltsuche bei Goebbels nicht nur mit ehrlichem Entsetzen, sondern auch mit Häme wahrgenommen worden ist. Sie zeigt deutlicher noch als alles bisher die Kluft auf, an der die SPÖ zu zerreißen droht. Doch die Heilung im verordneten Schweigen, in der Einstellung aller Nachforschungen und in der Einmahnung einer würdigen Haltung finden zu wollen, ist absolut inadäquat. Schweigen hätte Arbeiter sollen. Und seine Haltung hätte er nicht durch skandalöse Anlehnung gewinnen dürfen. Nachforschungen unterbinden zu wollen, nur weil sie ins eigene Fleisch führen, hieße die eigene Heilung für immer verweigern. Die Grabesstille ist nicht der Ort der SPÖ.
Mehr als aller Reform und Erneuerung bedarf diese Kärntner SPÖ der Katharsis.

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