PETROVIC WEIST SCHWARZENBERGERS ANGRIFFE AUF GRÜNE ZURÜCK Pirklhuber: Schwarzenberger soll lieber Bauerninteressen vertreten statt Feindbilder zu produzieren

Wien (OTS) "Statt Feindbilder zu produzieren soll Schwarzenberger lieber die bäuerlichen Interessen vertreten", kritisiert die stv. Klubobfrau der Grüne, Madeleine Petrovic, die heutigen Äußerungen von Bauernbundpräsident Schwarzenberger gegenüber den Grünen.

"Schwarzenberger hat die Grundidee eines bundeseinheitlichen Tierschutzgesetzes nicht verstanden, assistiert der Agrarsprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber. Es gehe darum einheitliche Standards auf gesamtösterreichisches Niveau zu heben. Gerade im Sinne der kleinbäuerlichen Wirtschaftsweise sind die Vorschläge der Grünen zukunftsweisend. Mit dem "Tiergerechtheitsindex" steht ein flexibler Beurteilungsmaßstab zur Verfügung, der auch von den Bergbauernhöfen erfüllt werden kann.
Statt wie bisher Millionen in Investitionsprogramme für eine weitergehende Intensivierung zu stecken, soll die ÖVP endlich ökologische Mindeststandards im Sinne einer artgerechten Tierhaltung in diesen Programmen umsetzen, fordert Pirklhuber. Außerdem ist es höchste Zeit, daß das AMA-Gütezeichen auch in eine reale Verbindung mit einer artgerechten Tierhaltung gebracht werden kann. Dazu wird ein einheitliches Bundestierschutzgesetz dringend benötigt, wenn Österreich in Brüssel auch weiterhin in einer ökologischen Vorreiterrolle glaubwürdig bleiben will!

Die billige Polemik Schwarzenbergers ist außerdem in einigen Punkten höchst irreführend. Wie die Abgeordneten der Grünen bereits in der gestrigen Parlamentsdebatte darlegten, geht es im vorliegenden Gesetzesantrag um eine Diskussionsgrundlage der Tierschutzorganisationen. "Gefordert ist nun die ÖVP-Bauernvertretung, die endlich einmal konkrete Vorschläge einbringen soll, um die sachliche Behandlung des Gesetzes nicht weiter gegen den Willen der anderen drei Parlamentsparteien zu blockieren!" so Pirklhuber.

"Die ÖVP hat seit der EU-Anpassung kalt lächelnd bäuerliche Betriebe zugrunde gehen lassen, indem sie ohne Widerspruch, die nur auf die Agro-Industrie ausgerichteten EU-Normen hingenommen hat. Bäuerliche Direktvermarktung und Verarbeitungsanlagen wie Schlachträume wurden durch die überzogenen EU-Standards zur unüberwindbaren Hürde, gerade für kleinere und mittlere Betriebe", so Petrovic. Hinzu gekommen seien dramatische Preiseinbrüche und eine Subventionspolitik, die in ihrer sozialen und ökologischen Ausrichtung dringend zu reformieren ist.

Schwarzenberger hat enormen Erklärungsbedarf, wieso er die österreichischen Bauern in eine nicht-gewinnbare Auseinandersetzung um die Massenprodukte der Agro-Industrie hetzt, und gleichzeitig die Tierschützer, die bisher die einzigen waren, die in Richtung höherer Qualität und bessere Erzeugerpreise erfolgreich tätig waren, zu Feindbildern der Bauern stilisiert. "Ohne die Aufklärungsarbeit der Tierschutzbewegung wüßte die Bevölkerung nichts über die Mißstände in der Batteriehuhnhaltung und anderen intenvisen Haltungsformen. Und sie wäre auch nicht bereit, die teureren Freilandprodukte zu kaufen", so Petrovic abschließend.

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