- 16.12.1999, 11:59:12
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Arzneimittel-Ausgaben: Pharmig: Mehr Realitätssinn, bitte! Pharmig fordert "ehrliche Sozialpolitik" zugunsten aller Versicherten
Wien (OTS) - Zu den laufenden Versuchen, die in den vergangenen
zwei Jahren wesentlich verbesserten Leistungen der Krankenkassen bei
der Bezahlung von Arzneimitteln für ihre Versicherten, als
"ärgerliche Kostensteigerungen" zu diffamieren, meldete sich jetzt
auch der Präsident der Pharmig (Vereinigung pharmazeutischer
Unternehmen) Dr. Ulrich H. Bode zu Wort. Der vor allem von
politischer Seite geäußerten Erwartung, man könne rasch und ohne
Qualitätsverlust für die PatientInnen die Steigerung der
Arzneimittelausgaben "dämpfen", erteilte Bode eine klare Absage.
Die Arzneimittelhersteller warnen vor solchen unrealistischen
Vorstellungen, da noch keine seriöse Analyse der gestiegenen
Arzneimittelausgaben vorliegt. Im Gegensatz zur Industrie habe sich
noch niemand - so Bode - bis jetzt geäußert, zu welchem Anteil neue
Behandlungsformen (Stichwort: Krebstherapie), ein therapeutischer
Nachholbedarf (Stichwort: Kassenfreiheit für Protonenpumpenhemmer ab
1998) und die Auswirkungen sinnvoller Vorsorgemaßnahmen (Stichworte:
Früherkennung von Bluthochdruck oder Diabetes) an den Steigerungen
der Medikamenten-Ausgaben "Schuld" sind. Niemand könne ernsthaft
daran denken, ausgerechnet bei diesen Leistungen der
Gesundheitsindustrie zu sparen, sagte der Pharmig-Präsident.
Zusätzlich sei die gestiegene Rezept-Zahl (+ 5 Prozent) zu
berücksichtigen.
Zwt.: Weiteres Sparen führt zur Ausgrenzung der Patienten
Schon in relativ kurzer Zeit werden - so berichten auch alle
Fach-Journale einmütig - neuerlich innovative Arzneimittel, die auf
Forschungs-Erfolge der Pharmaindustrie zurückzuführen sind, den
PatientInnen zur Verfügung stehen. Eine Behinderung dieser
Innovationen käme einem Ausgrenzen der betroffenen PatientInnen
gleich. Deshalb sei hierbei an ein weiteres "Sparen" im Interesse der
PatientInnen wohl nicht zu denken.
Zwt.: Weitere Preisabsenkungen könnten zur Versorgungsproblemen
führen
Die Arzneimittelhersteller hätte, so Pharmig-Präsident Dr. Ulrich H.
Bode - stets für die finanziellen Nöte der Krankenkassen Verständnis
gehabt. 1996 leisteten sie mit Preissenkungen ihren Beitrag zur
damaligen Trendumkehr. Auch mit der Initiative Arznei & Vernunft,
einem Gemeinschaftsprojekt von Arzneimittelwirtschaft und
Sozialversicherung, seien von der Industrie viele positive Impulse
eingebracht worden.
Mit dem hunderte Millionen Schilling darstellenden laufenden Beitrag
der Industrie sei aber jetzt "diese Quelle vor dem Versiegen", sagte
Bode. Die Herstellerpreise seien - umgekehrt zum Wohlstand in
Österreich - nach wie vor unter dem europäischen Durchschnitt.
Weitere Absenkungen der Preise seien daher kontraproduktiv, weil sie
zu Versorgungsproblemen führen würden.
Zwt.: Pharmig: Sagt den Bürgern endlich die Wahrheit!
"Die österreichische Sozialpolitik muss endlich ehrlicher werden und
den Versicherten klar sagen, dass Gesundheit für alle und auf dem
höchsten Niveau in Zukunft auch mehr Geld kosten wird", fordert der
Pharmig-Präsident. Es müsse daher endlich zu einer
wohlstandsadäquaten Zuerkennung der notwendigen Mittel für unser
jetzt noch hervorragendes Gesundheitssystem kommen.+++
Rückfragehinweis: Pharmig-Pressestelle
Tel. 01/523 29 56
e-mail: pharmig
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