Arzneimittel-Ausgaben: Pharmig: Mehr Realitätssinn, bitte! Pharmig fordert "ehrliche Sozialpolitik" zugunsten aller Versicherten

Wien (OTS) - Zu den laufenden Versuchen, die in den vergangenen
zwei Jahren wesentlich verbesserten Leistungen der Krankenkassen bei der Bezahlung von Arzneimitteln für ihre Versicherten, als "ärgerliche Kostensteigerungen" zu diffamieren, meldete sich jetzt auch der Präsident der Pharmig (Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen) Dr. Ulrich H. Bode zu Wort. Der vor allem von politischer Seite geäußerten Erwartung, man könne rasch und ohne Qualitätsverlust für die PatientInnen die Steigerung der Arzneimittelausgaben "dämpfen", erteilte Bode eine klare Absage.

Die Arzneimittelhersteller warnen vor solchen unrealistischen Vorstellungen, da noch keine seriöse Analyse der gestiegenen Arzneimittelausgaben vorliegt. Im Gegensatz zur Industrie habe sich noch niemand - so Bode - bis jetzt geäußert, zu welchem Anteil neue Behandlungsformen (Stichwort: Krebstherapie), ein therapeutischer Nachholbedarf (Stichwort: Kassenfreiheit für Protonenpumpenhemmer ab 1998) und die Auswirkungen sinnvoller Vorsorgemaßnahmen (Stichworte:
Früherkennung von Bluthochdruck oder Diabetes) an den Steigerungen der Medikamenten-Ausgaben "Schuld" sind. Niemand könne ernsthaft daran denken, ausgerechnet bei diesen Leistungen der Gesundheitsindustrie zu sparen, sagte der Pharmig-Präsident. Zusätzlich sei die gestiegene Rezept-Zahl (+ 5 Prozent) zu berücksichtigen.

Zwt.: Weiteres Sparen führt zur Ausgrenzung der Patienten

Schon in relativ kurzer Zeit werden - so berichten auch alle Fach-Journale einmütig - neuerlich innovative Arzneimittel, die auf Forschungs-Erfolge der Pharmaindustrie zurückzuführen sind, den PatientInnen zur Verfügung stehen. Eine Behinderung dieser Innovationen käme einem Ausgrenzen der betroffenen PatientInnen gleich. Deshalb sei hierbei an ein weiteres "Sparen" im Interesse der PatientInnen wohl nicht zu denken.

Zwt.: Weitere Preisabsenkungen könnten zur Versorgungsproblemen führen

Die Arzneimittelhersteller hätte, so Pharmig-Präsident Dr. Ulrich H. Bode - stets für die finanziellen Nöte der Krankenkassen Verständnis gehabt. 1996 leisteten sie mit Preissenkungen ihren Beitrag zur damaligen Trendumkehr. Auch mit der Initiative Arznei & Vernunft, einem Gemeinschaftsprojekt von Arzneimittelwirtschaft und Sozialversicherung, seien von der Industrie viele positive Impulse eingebracht worden.

Mit dem hunderte Millionen Schilling darstellenden laufenden Beitrag der Industrie sei aber jetzt "diese Quelle vor dem Versiegen", sagte Bode. Die Herstellerpreise seien - umgekehrt zum Wohlstand in Österreich - nach wie vor unter dem europäischen Durchschnitt. Weitere Absenkungen der Preise seien daher kontraproduktiv, weil sie zu Versorgungsproblemen führen würden.

Zwt.: Pharmig: Sagt den Bürgern endlich die Wahrheit!

"Die österreichische Sozialpolitik muss endlich ehrlicher werden und den Versicherten klar sagen, dass Gesundheit für alle und auf dem höchsten Niveau in Zukunft auch mehr Geld kosten wird", fordert der Pharmig-Präsident. Es müsse daher endlich zu einer wohlstandsadäquaten Zuerkennung der notwendigen Mittel für unser jetzt noch hervorragendes Gesundheitssystem kommen.+++

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