Wirtschaft kann der Kunst Impulse geben - und umgekehrt

Georg Springer im "Club IW" der Wirtschaftskammer Kunstsponsoring als Investition in Mensch und Gesellschaft

PWK - Kunst wird zunehmend zum Wirtschaftsfaktor, ohne sich gleichzeitig selbst aufgeben zu müssen. "Durch Kunstsponsoring, also Investitionen von Unternehmen in die Kunst, profitieren sowohl die Kunst als auch die Gesellschaft und die Wirtschaft. Die Sponsor-Unternehmen erreichen einen Imagetransfer und tragen zu einem tieferen Verständnis von Kunst in der Bevölkerung bei", erklärte Georg Springer, Geschäftsführer der Bundestheater-Holding GmbH, beim Club Internationale Wirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich. ****

Kunst und Wirtschaft seien kein Widerspruch und seit Ende der 80er Jahre (Sponsorenerlass) setze sich dieses Verständnis auch mehr und mehr in Österreich durch. "Es geht um den gegenseitigen Zuspruch in Kunst, Gesellschaft und Wirtschaft als Teil der Gesellschaft, wobei noch alle drei Bereiche von einander zu lernen haben", so Springer. Auch wenn noch nicht die amerikanische Einstellung "Good art is good business" (Philip Morris) Einzug gehalten habe, so werde in Österreich im "Mammon der Unternehmer" von Künstlerseite zumindest nicht mehr ein automatischer Verlust der künstlerischen Freiheit gesehen. Klarerweise müsse auch die Wirtschaft offen auf die Kunst zugehen und ihre Standpunkte und Basisvoraussetzungen für das Entstehen von Kunst zu verstehen suchen.

"Dass dieser fruchtbare Dialog zu laufen beginnt, zeigt nicht zuletzt die steigende Beteiligung am österreichischen Kunstsponsoring-Preis Maecenas", wies Springer hin. Nahmen bei der Premiere 1989 42 Unternehmen teil, waren es heuer bereits 105 Firmen mit 156 Projekten. Insgesamt wurden 1999 in Österreich fast eine halbe Milliarde Schilling für Kunstsponsoring ausgegeben, das weltweite Sponsoringwachstum beträgt rund 12 Prozent pro Jahr.

Kunst und Wirtschaft können also kein Widerspruch sein, denn ohne gemeinsamen Nenner "Geld" wäre Wirtschaft ebenso wenig denkbar wie Kunst. Als Geschäftsführer des weltweit größten Theaterunternehmens erlebe er, Springer, dies Tag täglich. Doch selbst mit gutem Renommee erhalten die Bundestheater Privat-Gelder vornehmlich durch Klein-Sponsorunternehmen und sind damit weiterhin stark von öffentlichen Mitteln - derzeit 1,8 Milliarden Schilling - abhängig.

"Ein Problem ist sicherlich der niedrige Stellenwert, der Kunst von der Gesellschaft beigemessen wird", zeigte sich Springer überzeugt. Nur 0,76 Prozent der Bruttogesamtausgaben werden im "Kulturland" Österreich, das vor allem über die "Umwegrentabilität" Tourismus sehr von Kunstereignissen, Festspielen, hohem internationalen Kunst-Image profitiert, für Kunst aufgewendet. "Wenn der Kunst-Stellenwert in der Gesellschaft steigt, wird auch die Wirtschaft mehr in Kunst investieren - doch dafür braucht man bereits jetzt Kunstsponsoring, das wesentlich dazu beiträgt, das Kunst-Image zu heben."

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