Dirnberger fordert befristete Kassenverträge für Ärzte wegen Kostenexplosion bei Medikamenten

Kritik an Sallmutters Plan zur Beibehaltung der Krankenscheingebühr

Wien (OTS) - "So lange die Ärzte die Werbeadressaten der Pharmaunternehmen sind, braucht sich niemand über deren, für die Krankenkassen teures Verhalten beim Verschreiben wundern. Lukrative, immer neue Angebote der Pharmaunternehmen verlocken die Ärzte zu immer teureren Medikamentenverschreibungen. Die ärztliche Fortbildung im Bereich neuer Medikamente gestalten die Pharmavertreter. Deshalb fordere ich als eine Maßnahme zur Kostenreduktion, künftig an Ärzte nur mehr befristete Kassenverträge zu vergeben". So reagierte heute AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger auf die Aussagen des Hauptverbandes, wonach mit einem gewaltigen Defizit bei der Krankenversicherung zu rechnen ist.

Allerdings erwarte er, Dirnberger, sich vom Hauptverband mehr Mut bei der Sanierung der Krankenkassen, als wieder beim schwächsten Glied in der Kette, nämlich beim Patienten anzusetzen, wie das der Präsident das Hauptverbandes Hans Sallmutter will. Dieser tritt nämlich für die Beibehaltung der 50 Schilling Krankenscheingebühr auch bei Einführung der Chipkarte ein. Dirnberger: "Unverschämter sind dann die Patienten wirklich noch nie angelogen worden. Bei Einführung der Krankenscheingebühr haben ihnen nämlich die Verantwortlichen in Parlament, Gesundheitsministerium und Hauptverband versprochen, dass die Krankenscheingebühr mit der Chipkarte fällt."

Inakzeptabel ist für den AK-Vizepräsident auch das Abgehen von der Pflichtversicherung hin zur Versicherungspflicht, wie das zuletzt eine FPÖ-Parlamentarierin gefordert hat. "Das ist ja geradezu menschenverachtend, aber zum sonstigen FPÖ-Stil passend, wenn hier die Krankenversicherung für Menschen mit der Versicherung für Autos verglichen wird. Chronisch Kranke, ältere Menschen, Frauen, Menschen in verschiedenen gesundheitsbelastenden Berufen sind rein ökonomisch gesehen, schlechte Versicherungsrisken, die beim FPÖ-Systemkampf gegen die sozialen Krankenkassen auf der Strecke bleiben. Man kann doch eine Krankenversicherung nicht nur aus dem Gesichtspunkt der Ökonomie sehen. Da geht es um viel Menschlichkeit, die die FPÖ vermissen lässt, was aber bei dieser Partei nichts Neues ist."

Ausweitung der Rezeptfreiheit hilft Krankenkassen sparen

Eine vom Innsbrucker Univ.Prof. Engelbert Theurl aufgezeigte Möglichkeit im Gesundheitssystem zu sparen, ist die Ausweitung der Rezeptfreiheit auf europäisches Niveau, wie das zuletzt auch wieder der ÖVP-Gesundheitspolitiker Prim. Günther Leiner gefordert hat. Demnach sind so volkswirtschaftlich Einsparungen von bis zu 3,5 Milliarden Schilling möglich, für die Krankenversicherung ergeben sich Einsparungen von 800 Millionen, betont AK-Vizepräsident Dirnberger, der auch in diesem Zusammenhang die Untätigkeit des HV-Präsidenten Sallmutter kritisiert.

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