Volksanwältin Krammer warnt: Schwarzfahren kann Sie 135.000 S kosten !

Wien (OTS) - Dass Schwarzfahren mitunter sehr teuer kommen
kann, bekam eine junge Wienerin zu spüren, die am 11. Dezember
1996 auf der Linie 5 mit einer manipulierten Tageskarte unterwegs war. Die Frau hatte die Entwertungszone des Fahrscheins mit einem Klebeband überklebt und Mehrfachentwertungen vorgenommen. Kurz vor der Endstation war es soweit. Ein Kontrollor der Wiener Verkehrsbetriebe entdeckte den Schwindel und brachte die Frau auf das nächstgelegenen Polizeikommissariat. Dort verlor die Wienerin die Nerven und versuchte zu fliehen. Der anwesende Polizeibeamte holte die Frau bereits am Gehsteig vor dem Kommissariat wieder ein und nahm sie fest. Unverständlicherweise hatte sich aber auch der Kontrollor an der Verfolgung beteiligt und verletzte sich am
kleinen Finger der linken Hand als er nach dem Oberarm der Frau griff. Bei einer späteren Untersuchung im Lorenz-Böhler-Krankenhaus wurde ein Fingerspitzenbasisbruch festgestellt.****

In weiterer Folge wurde die junge Frau wegen der Fahrscheinmanipulation (Urkundenfälschung) zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Das war im Frühjahr 1997. Die ganze Angelegenheit schien damit beendet. Die große Überraschung sollte aber im Sommer 1999 kommen. Da flatterte der Frau ein Schreiben
der Rechtsabteilung der Wiener Linien ins Haus. Darin wurde wegen der Verletzung des Kontrollors Schadenersatz in Höhe von insgesamt 135.481,19 S gefordert, wovon ca. 110.000 S auf die
Lohnfortzahlung für den Verletzten und der Rest auf Personalmehrkosten und Kosten der Betriebskrankenkasse der Wiener Verkehrsbetriebe entfielen.

Zu ihrem Glück wandte sich die Frau rechtzeitig an Volksanwältin Dr. Christa Krammer. Diese konnte die Wiener Linien dazu bewegen, auf die Schadenersatzforderung zu verzichten. Dazu Volksanwältin Krammer: "In rechtlicher Hinsicht ist zu beachten, dass Kontrollorgane der Wiener Linien keine Befugnis zur Festnahme von Schwarzfahrern haben. Das ist ausschließlich Aufgabe der Polizei. Im vorliegenden Fall hatte der Kontrollor seine
Kompetenzen klar überschritten als er der Polizei bei der
Festnahme der Schwarzfahrerin zur Hand ging bzw. zur Hand gehen wollte. Er hatte daher auf eigene Verantwortung und Risiko
gehandelt und seine Verletzung selbst verschuldet. Für einen Schadenersatzanspruch habe ich hier keine Grundlage gesehen. Aber eines zeigt der Fall ganz deutlich: Schwarzfahren könnte mitunter teurer kommen als man denkt !"

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