Das beste Bahnhofsprojekt für Linz

ÖBB präsentieren das optimale Projekt

Nachdem der städtebauliche Entwurf für die Neugestaltung des Gesamtareals Hauptbahnhof Linz im November 1997 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, erfolgte danach die Optimierung des Projektes hinsichtlich seiner Ökonomie und Funktionalität. Es galt technisch zu gewährleisten, daß alle geplanten Maßnahmen im vorgegebenen Kostenrahmen machbar sind. Nun liegen die Ergebnisse vor.

Zur Vorgeschichte
Der Linzer Hauptbahnhof zählt zu den frequenzstärksten Bahnhöfen Österreichs. Die Umsteigewege zwischen den Straßenbahnen, den Autobussen, der Eisenbahn und anderen Verkehrsmitteln sind durch die ungünstige Anordnung der Stationsbereiche besonders lang und dazu unzureichend ausgestattet. Die Hochbauanlagen stammen aus verschiedenen Zeitepochen und entsprechen durchwegs nicht mehr den zeitgemäßen Anforderungen.

Im Jahr 1997 fand ein städtebaulicher Wettbewerb für das Gesamtareal rund um den Linzer Hauptbahnhof statt, auf dessen Grundlage die Größenordnung, die Bebauungsdichte und die Baumassen für alle geplanten Objekte festgelegt wurden. Das Schwergewicht lag in der Planung eines neuen Landhauses unter Einbeziehung des vorhandenen Bahnhofes.

Der ÖBB-Aufsichtsrat genehmigte im September 1998 Investitionsmittel in der Höhe von 650 Millionen Schilling für den Um- und Neubau des Hauptbahnhofes Linz. Er ist Teil des Gesamtprojektes, das im wesentlichen aus drei Teilen besteht:

dem ÖBB-Bahnhofsgebäude,
der Nahverkehrsdrehscheibe, einem Projekt der Stadt Linz und des Landes Oberösterreich im Rahmen der Nahverkehrs-Errichtungs-Gesellschaft (NAVEG) - dient dem Umsteigen zur neuen tiefergelegten Straßenbahn, die unterirdisch die Eisenbahn kreuzen wird und
einem Bürogebäude, das von der Raiffeisenlandesbank OÖ als Bauträger errichtet werden soll.

Die Optimierung des Projektes
Der von den ÖBB beauftragte Generalplaner "Real Treuhand Immobilien & VAMED" hat in einer Plausibilitätsprüfung der Vorentwurfsplanung festgestellt, daß eine Optimierung des ersten Projektes aus technischer und wirtschaftlicher Sicht unabweichlich notwendig wäre. Dem Büro Neumann & Steiner wurde die Möglichkeit eingeräumt, Ver-besserungen vorzunehmen, das Büro Holzbauer wurde vom Generalplaner eingeladen, ein alternatives Strukturkonzept zu entwickeln.

Das Projekt aus 1997 vom Büro Neumann & Steiner sah vor, daß das vorhandene alte Bahnhofsgebäude teilweise in seiner Struktur erhalten bleibt und mit einem modernen Vorbau in Richtung Bahnhofsvorplatz ergänzt wird. Um die Kunden künftig mit der neu geplanten Nahverkehrsdrehscheibe auf einem Niveau zu verbinden, hätte das bestehende Bahnhofsgebäude mit einem neuen Untergeschoß unterfangen werden müssen. Die statischen Berechnungen ergaben einen extrem hohen technischen Aufwand, der den Umbau um rund 100 Millionen inklusive der zu erwartenden hohen Betriebskosten verteuert hätte. Die Struktur (Anordnung der Auf- und Abgänge, der Geschäftslokale, des Kundenbereiches, die zwei weit voneinander liegenden Hallen, etc.) hätte sich durch das Belassen dieses Gebäudeteiles auch nicht verbessert. Daher wurden neue kostengünstige und optimierte Wege gesucht.

Die architektonische Lösung
Die Lösung ist ein eigenständiger Neubau des Aufnahmegebäudes mit einer Ver-schmelzung der neuen Nahverkehrsdrehscheibe zu einem hellen übersichtlich ange-ordneten Gesamtbauwerk, das sich von dem daneben befindlichen künftigen großen Bürogebäude (Bauträger Raiffeisenlandesbank OÖ) architektonisch abhebt. Der Entwurf von Prof. Wilhelm Holzbauer hält die Strukturen des städtebaulichen Wettbewerbes von 1997 voll ein. Prof. Holzbauer hat die funktionelle Optimierung, die Eigenständigkeit des Bahnhofsgebäudes inmitten neuer und alter Bauten und den vorgegebenen Kosten-rahmen bestens eingehalten.

Das neue Bahnhofsgebäude gliedert sich in zwei Teilbereiche: Das Aufnahmegebäude für den Kunden und der unmittelbar angeschlossenen ÖBB-Büroteil für betriebliche Räumlichkeiten, Lager usw. Das Orientierungsmerkmal des Aufnahmegebäudes ist ein tonnenförmiges, weit auskragendes, mit Belichtungsstreifen und Reflektoren versehenes Dach. Darunter erstrecken sich über drei Geschosse Geschäfte, Restaurants und sonstige Betriebe (z.B. für Fitness und Wellness), die sich um eine offene Halle (13 x 90 m) an-ordnen.

Weiters wird die Nahverkehrsdrehscheibe in das neue Bahnhofsgebäude integriert. Am Niveau des 1. Untergeschosses des künftig neuen Bahnhofes werden die Auf- und Ab-gänge sowohl zu der unterirdisch neu geführten Straßenbahnlinie (= 2. Untergeschoß) als auch zu den ebenerdig geführten Zügen zusammenlaufen. Im 1. Untergeschoß werden die Geschäfte um einen zentralen Mall-Bereich angeordnet, von dem auch die Zugangstunnels zu den Bahnsteigen abzweigen. Zwischen den Tunnels wird das Reise-Kundenzentrum situiert, welches mit dem darüberliegenden Reisebüro verbunden ist. Die Mall geht direkt in die Nahverkehrsdrehscheibe über. Das Untergeschoß erfüllt aber auch die Anbindungsfunktion an die umgebenden Gebäudekomplexe (z.B. an die benachbarte Tiefgarage des Verwaltungszentrums). Durch die Zusammenlegung der Nahverkehrsdrehscheibe mit dem Aufnahmegebäude werden die Wege verkürzt und der eigentliche Bahnhof rückt näher zur unterirdisch geführten Straßenbahn bzw. zum neuen Verwaltungsgebäude des Landes.

Ein weiteres Entwurfsmerkmal ist die ebenerdige Anbindung des Eingangsniveaus an die Bahnsteigebene unter Berücksichtigung der geplanten Anhebung auf 55 cm über Schienenoberkante. Dies hat zur Folge, daß der Bahnhofsvorplatz kaum spürbar über seine gesamte Länge bis hin zur Kärntnerstraße abfällt.

Löwenfiguren
Die steinernen Löwenfiguren werden auf Wunsch einer vom Linzer Gemeinderat verabschiedeten Resolution wieder im Bahnhof aufgestellt und betonen den zentralen Eingangsbereich des Aufnahmegebäudes.

Investitionsvolumen im Plan
Der vorgegebene Kostenrahmen von 650 Millionen Schilling wird eingehalten. Dazu kommt der Anteil der Nahverkehrs-Errichtungs-Gesellschaft (NAVEG) für die Nahver-kehrsdrehscheibe von 75 Millionen Schilling.

Weiterer Zeitplan
Begonnen wurden die Umbauarbeiten im August 1998 im Bereich der ehemaligen Posthalle. An dieser Stelle wird ein Parkdeck (350 Parkplätze) sowie ein Dienstgebäude der ÖBB situiert. Das Dienstgebäude soll März 2000 und das Parkdeck im Juli 2000 fertiggestellt sein.

Mitte Jänner 2000 wird die Entscheidung des Gestaltungsbeirates der Stadt Linz erwartet. Danach beginnen die Einreichplanung und die gesetzlich vorgeschriebenen Behördenverfahren. Der Baubescheid für den Neubau soll im Jahr 2001 vorliegen. Die ÖBB bereiten mit den anderen Bauträgern eine Baudurchführung mit möglichst geringen Belastungen für die Anrainer und für die Bahnkunden vor.

Die Fertigstellung für alle kundenrelevanten Bereiche (neues Kundenzentrum und Nahverkehrsdrehscheibe) wird termingemäß im Jahr 2003 erfolgen. Die Gesamtfertig-stellung inklusive aller ÖBB-interner Nebenräume (z.B. Lagerräume, Relaisräume etc.) ist für 2005 vorgesehen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presse
Mag. Michael H. Hlava
Tel +43 1 5800 32233
Fax +43 1 5800 25009
e-mail: michael.hlava@kom.oebb.at
http://www.oebb.at

ÖBB-Kommunikation

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NBB/NBB