747 neue GI3V-Wohnungen suchen einen Mieter

Leerstandserhebung bei den GemeInnützigen zeigt Mini-Quote an freien Wohnungen

Wien (OTS) - Kolportierte Meldungen von einigen tausend leerstehenden Wohnungen bei den Gemeinnützigen haben sich als Flop herausgestellt. Exakt 747 neue Wohnungen, die innerhalb von sechs Monaten nach Fertigstellung noch keinen Mieter oder Eigentümer gefunden haben, weist die jüngste, bundesweite Erhebung des Dachverbandes der Gemeinnützigen bei seinen Mitgliedern aus.

"Nachdem in der letzten Zeit immer wieder Horrorzahlen von bis zu 10.000 leerstehende Neubauwohnungen in die wohnungspolitische Diskussion gebracht worden sind, haben wir nun durch eine Umfrage das echte Ausmaß festgestellt. Wir hoffen, daß die Diskussion um die Zukunft des Wohnbaus nun wieder auf gesicherter Basis und nicht mit spekulativen Vermutungen geführt wird", kommentiert Mag. Karl Wurm, Obmann des Dachverbandes der GBV, die Umfrage.

"747 freie Wohnungen, das ist gemessen an rd. 37.000 von den Gemeinnützigen in den letzten zwei Jahren fertiggestellten Wohnungen ein Anteil von knapp 2 Prozent", stellt Wurm die Leerstandsquote in einen größeren Zusammenhang. Daraus abzuleiten, die Gemeinnützigen hätten am Bedarf vorbei gebaut, ist wohl völlig unangebracht. Es wäre nur zu wünschen, daß jede Branche sich so treffsicher am Markt mit ihren Produkten bewegt. Und außerdem: Jahrelang wurde beklagt, daß der Kunde keine Auswahl an Wohnungen hätte, alles nehmen müßte. Nun kann er auswählen - und das bedeutet auch, daß ein Teil des Angebotes nicht sofort einen Abnehmer findet".

Für Wien, wo die GBV in den letzten Jahren Rekord-Bauleistungen erreicht haben, umfaßt der Leerstand 353 Wohnungen, in Niederösterreich 207 Wohnungen. In den anderen Bundesländern füllen die Leerstehungen insgesamt jeweils "nicht einmal ein ganzes Haus", meinte der GBV-Obmann und kündigte an, daß von nun an jedes Quartal bei den Gemeinnützigen solch eine Erhebung durchgeführt wird.

Angesichts dieses Leerstands-Befundes habe wohl auch die Forderung nach Kürzung der Wohnbauförderungsmittel ihre wesentlichste Grundlage verloren, meint Karl Wurm zur aktuellen Diskussion um die zukünftige Dotierung der Wohnbauförderung. Diese umfaßt derzeit rund 34,6 Milliarden Schilling, wovon nur rund ein Drittel, d.s. 11,5 Milliarden Schilling, in Projekte von Gemeinnützigen fließen. Mit 25 Prozent resp. 24 Prozent vereinen gewerbliche Bauträger und "Eigenheimerrichter" knapp die Hälfte der Förderungsmittel auf sich, 12 Prozent fließen an Gemeinden, 6 Prozent werden für Subjektförderung wie Wohnbeihilfen und Eigenmittelersatzdarlehen ausgegeben.

Mit mehr als 14 Milliarden Schilling wären, so Wurm, bereits etwa 40 Prozent des derzeitigen Gesamtaufkommens an Wohnbauförderungsmittel für laufende Verpflichtungen gebunden, aus sozio-strukturellen Gründen werde die Wohnungsnachfrage auch weiterhin hoch sein, wären noch große Sanierungsaufgaben zu erledigen.

"Unter diesen Bedingungen die Wohnbauförderungsmittel zu kürzen, das heißt, daß wir in drei bis fünf Jahren wieder eine akute Wohnungsnot haben", warnt der GBV-Obmann: "Die Wohnbauförderung muß sicher auf die neuen Gegebenheiten wie differenzierte Kundenwünsche und unterschiedliche finanzielle Leistungsfähigkeit der Wohnungssuchenden adaptiert werden. Die Wohnbauförderung braucht einen Umbau, aber keinen Abbau".

Rücktragehinweis: Mag. Karl Wurm
Gewog / Neue Heimat
Bennoplatz 3, 1080 Wien
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